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Hilfe für die Kinderarbeiter in Kalkutta

Interview mit Dr. Helgo Meyer-Hamme

Eine der Schulen; sie liegt nicht weniger als 100 Meter vom Müllberg entfernt
Eine der Schulen; sie liegt nicht weniger als 100 Meter vom Müllberg entfernt

„Mein Erlebnis der furchtbaren Kinderarbeit in den Slums von Kalkutta führte zur Gründung des Vereins H.E.L.G.O. e.V. (Help for Education and Life Guide Organisation, Hilfe bei Erziehung, Ausbildung und Lebensführung)“.
Mehrere Jahre behandelte der Hamburger Arzt Dr. Meyer-Hamme während seiner Ferien in einer kleinen Ambulanz Menschen in den Slums in Kalkutta. Darunter waren viele Kinder, die schon ab dem 7. Lebensjahr täglich bis zu 12 Stunden unter erbärmlichen Umständen arbeiten mussten. Obwohl sie dabei oft erkranken, werden sie weiter zur Arbeit geschickt, da der Lohn für das Überleben der Familien dringend gebraucht wird.
Um dieses Übel grundsätzlich anzugehen, gründete er vor 13 Jahren ein Projekt, das für eine Schulausbildung für diese Kinderarbeiter sorgt.

Interviewpartner: Dr. med. Helgo Meyer-Hamme war von 1976 bis Ende 2007 als Internist in Hamburg tätig. 1990 hat er zum ersten Mal während seiner Urlaubszeit bei der Organisation „Ärzte für die Dritte Welt“ in Kalkutta gearbeitet.
Die Ärzte sind dort mindestens 6 Wochen in einer Armenambulanz mit Hilfe von Übersetzern tätig. Sie behandeln Menschen, die sich sonst keine medizinische Behandlung leisten können. Mehr als 300 Millionen Inder, das ist etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung, leben unterhalb der Armutsgrenze und können sich keine Versicherung leisten.
„Die medizinische Arbeit habe ich dort gerne getan. Wenn man in Deutschland als Arzt arbeitet, hat man es häufig mit den Folgen der Wohlstandsgesellschaft zu tun. Dort ist die Armut oft Ursache von Erkrankungen. Man kann als Arzt wohl den Menschen vielfach helfen, aber die Armut selbst wird damit nicht bekämpft.“

C. P.: Unter welchen Umständen lebt eine Familie in den Slums?

Dr. Meyer-Hamme: Eine Familie hat häufig vier, fünf oder mehr Kinder. Die meisten Väter sind nur Tagelöhner, weil sie Lesen und Schreiben nicht gelernt und keine Berufsausbildung haben. Sie verdienen so wenig, dass sie gerade am Rand des Existenzminimums leben, und oft schon deswegen gezwungen sind, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Auch sind die Einkünfte nicht regelmäßig, und manche Väter geben dazu einen Teil für Alkohol aus. Oft gibt es auch keinen Vater mehr, und dann müssen die Mütter und die älteren Kinder für das Familieneinkommen sorgen.
Da es keine staatlichen Hilfen für Arme gibt, sind in Indien die Kinder sozusagen die Altersversorgung für die Eltern. Jedoch: ohne Schulbildung werden die heutigen Kinder später dasselbe Los teilen, also arme Tagelöhner bleiben. Nur mit einer Schul- und Berufsausbildung werden schon ein oder zwei Kinder genügend Geld verdienen, um die alt gewordenen Eltern mit versorgen zu können.

2000 Menschen auf einem Quadratkilometer

C. P.: Wie sind die Wohnverhältnisse z. B. einer siebenköpfigen Familie?

Dr. Meyer-Hamme: Im Slum wohnen sie in einem Raum von 10 oder 12 qm, im schlechteren Fall von 8 qm. Dieser Raum ist Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche in einem, ein Badezimmer gibt es nicht, irgendwo draußen ist eine Toilette. In der Nacht schläft ein Teil der Familie auf einem etwa ein Drittel des Raumes einnehmenden Brett, das in etwa 80 cm Höhe angebracht ist, der Rest der Familie darunter auf dem Boden. Weil die Hütten ebenerdig sind, werden sie in der Monsunzeit oft überflutet. Dann muss nachts die ganze Familie eng gedrängt auf dem Brett hocken.
Die Wohndichte im Slum ist ganz anders als z. B. in Hamburg. Hier leben etwa 2.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, dort sind es bis zu 100.000. Das sind 50-mal so viele auf demselben Raum wie in Hamburg.
Die Menschen wohnen in den Hütten Lehmwand an Lehmwand. Es ist keinerlei Privatsphäre möglich; man kann sich nirgendwo zurückziehen.
Einen Herd kann sich kaum jemand leisten. Gekocht wird mit Kerosin oder auf offenem Feuer mit getrocknetem Kuhmist oder Ähnlichem, was schrecklich qualmt. Die Luft ist mit Qualm, Staub und giftigen Abgasen sehr belastet.

C. P.: Unter welchen Krankheiten leiden dort die Menschen?

Dr. Meyer-Hamme: Die Krankheitsursachen liegen oft in der Armut, der mangelnden Hygiene und der Umweltbelastung. Es gibt immer noch sehr viel Tuberkulose, viele Infektionskrankheiten der Haut und der inneren Organe sowie Darmkrankheiten. Die Kinder haben häufig einen dicken Wurmbauch. Wegen der schlechten Luft sind Erkrankungen der Atemwege, wie z. B. Asthma oder chronische Bronchitis, sehr verbreitet. Nicht selten passieren Unfälle, weil bei der Arbeit und im privaten Bereich keine oder kaum Sicherheitsvorkehrungen existieren. Nur in geringerem Maße kommen Tropenkrankheiten wie Lepra vor.
Von allen Krankheiten sind auch Kinder und junge Erwachsene häufig betroffen.

Die Kinder arbeiten, weil das Einkommen der Familie für das Leben nicht ausreicht

C. P.: Warum gibt es die Kinderarbeit?

Dr. Meyer-Hamme: Ich habe in den Jahren ab 1990 mehrfach im Urlaub als Arzt in Kalkutta gearbeitet. 1994 habe ich intensiv die Situation der Kinderarbeit kennen gelernt und bewusster wahrgenommen, was das für die Kinder und die Familien bedeutet.
Die Kinder werden ab dem 7. oder 8. Lebensjahr von den Eltern notgedrungen zur Arbeit geschickt. Häufig fehlt der Vater, er ist gestorben, krank, weggelaufen oder was auch immer. Für eine Frau im Slum ist es praktisch unmöglich, eine hinreichend bezahlte Arbeit zu finden. Am ehesten kann sie als Haushaltshilfe eine Stelle finden, verdient damit aber so wenig, dass eine Familie davon nicht überleben kann. Die Kinder arbeiten also deswegen, weil das Einkommen der Familie für das Leben ohne ihren Verdienst nicht ausreicht. Dabei erhalten sie umgerechnet nicht einmal 30 Cent am Tage.

C. P.: Was machen die Kinderarbeiter?

Dr. Meyer-Hamme: In der Regel arbeiten sie täglich 10 Stunden an 6 Tagen in der Woche. In Kalkutta arbeiten die Jungen in kleinen Fabriken barfuß und ohne Handschuhe vorwiegend in der Metallverarbeitung. Sowohl zum Gießen des Metalls als auch bei dessen weiterer Verarbeitung gibt es einfache, oft nur von Hand zu bedienende Geräte oder Maschinen. Beispielsweise werden aus Blechen Metallscheiben ausgestanzt. Das ist für die Kinder zum einen eine große körperliche Belastung und zum anderen gibt es keine Schutzvorrichtung für die Finger: Wenn das Kind nicht aufpasst, ist der Finger mit ausgestanzt. Unfälle passieren immer wieder. Der Arbeitgeber kümmert sich in der Regel nicht um das verletzte Kind, sondern stellt am nächsten Tag ein anderes ein. Viele Kinder warten darauf, eine Stelle zu finden.
Mädchen arbeiten oft in Haushalten. Das heißt, sie müssen morgens um fünf Uhr aufstehen und bis in die Nacht hinein den Arbeitgebern zur Verfügung stehen. In allen kleinen Straßenrestaurants sieht man Kinder bei der Arbeit. Die haben aber wenigstens etwas zu essen.
In anderen Teilen Indiens arbeiten Kinder auch in der Feuerwerks-, Streichholz- oder Teppichindustrie.

Das Hauptproblem ist, dass diese Kinder keine Schulbildung erhalten

Das Hauptproblem ist, dass diese Kinder keine Schulbildung erhalten. Es gibt keine Schulpflicht, und im Slum wird es als normal hingenommen, dass Kinder nicht zur Schule gehen. Wie soll ein Kind nach 10 Stunden körperlicher Arbeit auch noch etwas lernen? Das bedeutet aber, dass sie nie Lesen, Schreiben oder Rechnen lernen und später Tagelöhner werden, so wie es ihre Väter heute sind.
Die Anzahl der Arbeitslosen in Indien wird sich in der Zukunft als Folge der Technisierung enorm erhöhen. So gibt es heute z. B. noch sehr viele staatliche Angestellte, aber das wird sich erheblich reduzieren. Diejenigen ohne Qualifikation, zumindest durch Schulbildung, werden es dann noch schwerer haben, eine hinreichend bezahlte Arbeit zu finden.
So ist es abzusehen, dass die heutigen Kinderarbeiter in der nächsten Generation ihre eigenen Kinder auch wieder zur Arbeit schicken müssen. Ohne Hilfe von außen setzt sich das Elend immer weiter fort.
Mit unserem Projekt versuchen wir wenigstens einem kleinen Teil dieser Kinder eine Schul- und eine sich daran anschließende Berufsausbildung zu ermöglichen.

C. P.: Wie holen sie diese Kinder in die Schule?

Dr. Meyer-Hamme: Wir holen sie zunächst aus der Arbeit heraus. Inzwischen sind wir so bekannt, dass wir mehr Nachfragen haben, als wir durch unsere Organisation vernünftig betreuen können. Derzeit haben wir etwa 200 Kinder im Projekt.
Manche Kinder melden sich selbst, manche werden von anderen ehemaligen Kinderarbeitern oder unseren Sozialarbeitern gebracht.
Am Anfang waren viele Familien etwas skeptisch. Es kam und kommt ja leider vor, dass den Familien Schulbildung versprochen wird, die Kinder dann aber zur Kinderarbeit gezwungen oder ins Ausland verkauft werden.
Ein weiterer Punkt ist, dass es extrem armen Menschen meist sehr schwer fällt, sich Gedanken über den nächsten Tag, geschweige denn über eine fernere Zukunft zu machen. Sie sind mit der Bewältigung der täglichen Probleme so ausgelastet, dass sie kaum Reserven und Einsicht haben, sich um eine viele Jahre dauernde Schulbildung für ihre Kinder zu kümmern. Wir begegnen diesem Problem mit regelmäßigen Besuchen unserer Sozialarbeiter bei den Familien. So konnte Skepsis abgebaut und durch Überzeugungsarbeit das notwendige Verständnis für eine in die Zukunft gerichtete, langfristige Schulausbildung der Kinder geweckt werden.

Das Einkommen der Kinder wird kompensiert

C. P.: Wie gleichen Sie den Verdienstausfall der Kinder für die Familien aus?

Dr. Meyer-Hamme: Die Familien können nicht auf das Einkommen der Kinder verzichten, also müssen wir das kompensieren. Den Lohn mit Geld zu ersetzen hat sich nicht bewährt, deshalb erhalten die Familien Nahrungsmittel wie Reis, Linsen, Zucker usw.
Viele Kinder leiden an einer Entwicklungsstörung des Gehirns, weil sie in den ersten Lebensjahren nicht ausreichend proteinhaltige Nahrung bekommen haben. Dadurch bleiben sie mit ihren intellektuellen Fähigkeiten zurück. Als wir damit begannen, den Kindern einmal am Tag eine proteinreiche Mahlzeit zu geben, wurden die schulischen Leistungen sprunghaft sehr viel besser.
Alle Zuwendungen gibt es allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Kinder zur Schule gehen. Wer fehlt, muss sich erklären und wer häufig unentschuldigt fehlt, wird schließlich von den Mahlzeiten und den monatlichen Kompensationen ausgeschlossen.

Eine große Anzahl der Kinder hat inzwischen die Schulausbildung beendet, ein Teil von ihnen hat auch eine Berufsausbildung abgeschlossen

C. P.: Sie betreiben dieses Projekt bereits seit 13 Jahren und können schon auf gewisse Erfolge zurückblicken. Wie hat sich die Berufsausbildung der Kinder entwickelt?

Dr. Meyer-Hamme: Eine große Anzahl der ersten Kinder hat inzwischen die Schulausbildung beendet, ein Teil von ihnen hat auch eine Berufsausbildung abgeschlossen. Sie verdienen heute ihr eigenes Geld, oft nicht viel, aber ausreichend.
Einige Jungen sind beispielsweise Automechaniker oder Tischler geworden, andere haben einen Führerschein gemacht und wurden Fahrer. Der eigene Wunsch spielt bei der Berufswahl natürlich eine große Rolle.
Die Mädchen können z. B. Sticken, Stricken oder Nähen lernen. Wer fleißig ist, kann mit dem Besticken von Saris gutes Geld verdienen. Eine solche Arbeit kann auch gut zu Hause durchgeführt werden, was für allein stehende Mütter einmal von großer Wichtigkeit sein kann.

C. P.: Wer arbeitet in Ihrer Organisation mit?

Dr. Meyer-Hamme: Es gibt zum einen die deutsche Organisation „H.E.L.G.O. e.V.“, die sich um die Finanzierung des indischen Projektes kümmert. Eine Anzahl von ehrenamtlich tätigen Menschen arbeitet mit, wobei ich hier besonders Edith Felten, Karen Häusler, Heike Gödecke, Sven Klauer und Dr. Henning Selk erwähnen möchte.
Die indische Partnerorganisation trägt den Namen „HELGO North Point“ und wird von Dr. Abdul Razzaque geleitet. Diese Organisation beschäftigt 20 Lehrer, 5 Sozialarbeiter, drei Köchinnen, zwei Hauswarte sowie einen „Hostelfather“, also eine Art Herbergsvater, der ein sehr einfaches Internat für Jungen aus unserem Projekt leitet.
Den Projektnamen „H.E.L.G.O.“ hat übrigens ein indischer Mitarbeiter geprägt. Dieses Akronym setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von: „Help for Education and Life Guide Organisation“. Dass dieses Akronym meinen Vornamen ergibt, war mir zuerst peinlich, aber in Indien ist es nützlich. Dort hilft es, dass eine bestimmte Person hinter der Sache steht.

C. P.: Wird das Projekt nur von Deutschland aus finanziert?

Dr. Meyer-Hamme: Es gibt auch Hilfe aus der Schweiz und Österreich, aber im Wesentlichen wird es von Deutschen finanziert.

C. P.: Und in Indien selber – interessiert sich irgendeine staatliche Behörde für dieses Projekt?

Dr. Meyer-Hamme: Das ist schwer zu durchschauen, weil in Indien die Verhältnisse ganz anders sind. Verbal gibt es von staatlichen Stellen wohl Unterstützung. Ich habe aber bei Versuchen, dort Hilfe angeboten zu bekommen, schnell gemerkt, dass die politischen Parteien das Projekt für ihre eigenen Interessen nutzen, sich aber eigentlich nicht um die Armen kümmern wollen.

C. P.: Sie fahren selbst immer wieder nach Indien zu Ihrem Projekt. Was machen Sie dort?

Dr. Meyer-Hamme: Ich bin zwei-, manchmal dreimal im Jahr für ungefähr 3 Wochen in Indien. In dieser Zeit bin ich im Wesentlichen mit der Betreuung unserer wie auch befreundeter Organisationen beschäftigt. Ich brauche in Kalkutta ein großes Netzwerk, allein auf sich gestellt erreicht man wenig. Man muss viel mit den Menschen reden, mit ihnen Tee trinken und das alles braucht seine Zeit.
Beispielsweise unterstützen wir ein großes Projekt, das jungen Menschen nach der Schule eine Berufsausbildung ermöglicht: Don-Bosco, eine christliche Organisation; ich habe mit dem Projektleiter sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wir schicken einige unserer Kinder dort hin, einer von ihnen macht gerade eine Ausbildung zum Ingenieur.
Ich versuche außerdem so oft wie möglich Projektkinder zu Hause zu besuchen. Das verschafft mir wichtige Einblicke in die tatsächlichen Probleme und gibt auch mal neue Impulse für das Projekt. Ich kann die Erfolge, oder auch Misserfolge unserer Arbeit, gemessen an der Entwicklung der Kinder, so viel besser verfolgen.
Weiterhin besuche ich die Schulen, spreche mit den Lehrern und Sozialarbeitern.

C. P.: Wenn die Kinder eine Berufsausbildung hinter sich haben, Geld verdienen – kümmern sie sich dann noch um ihre Verwandten im Slum oder wollen sie von ihrer Vergangenheit nichts mehr wissen?

Dr. Meyer-Hamme: Ich habe nur sehr positive Erfahrungen gemacht, wobei ich natürlich nicht alle Kinder gut genug kenne. Soweit ich es bislang erlebt habe, ziehen sie sich nicht von ihren Familien zurück und sind „etwas Besseres“.
Einige sind mir auch eine große Hilfe während meiner Aufenthalte in Kalkutta. Da sie englisch sprechen, kann ich sie bei Besuchen von Familien unserer Projektkinder als Dolmetscher mitnehmen, was ich sehr schätze. Die älteren Projektkinder haben oft einen sehr guten Blick für die Situation, und sie können mir wertvolle Ratschläge geben.

C. P.: Kann man hoffen, dass in Zukunft in Indien sich zumindest bei einigen Menschen das Denken bezüglich der Armut ändert?

Sie sollen nicht vergessen, woher sie kommen

Dr. Meyer-Hamme: Bei unseren Projektkindern hoffe ich das wenigstens. Ich spreche mit ihnen immer mal wieder darüber, dass sie nicht vergessen sollen, woher sie kommen, und dass es unendlich viele andere gibt, denen es weiterhin so geht, wie es ihnen früher einmal ergangen ist. Ich habe den Eindruck, dass bei vielen Kindern eine starke Verbindung zu ihrer Vergangenheit bestehen bleibt. Zwei haben beispielsweise mit einer kleinen Vorschule begonnen, in der sie kleinen Kindern das Alphabet und die Zahlen bis 100 beibringen. Das ist nun quasi schon ein „Kind“ unseres Projektes.

C. P.: Welches Anliegen haben Sie an die Menschen, die Ihr Projekt unterstützen wollen?

das Projekt geistig mit tragen

Dr. Meyer-Hamme: Ich hatte nie geplant, eine Organisation zu gründen. Als ich in Indien zunächst nur ärztlich gearbeitet habe, wollte ich lediglich einige Kinder privat unterstützen. Ich habe damals in Hamburg Vorträge über die Arbeit von „Ärzte für die Dritte Welt“ in Kalkutta gehalten und dabei auch das Problem der Kinderarbeit erwähnt. Es gab großes Interesse besonders daran und andere Menschen wollten auch den Kinderarbeitern dort helfen. So ist die Idee immer weiter gewachsen, Schritt für Schritt entstand die Organisation. Das hat sich einfach irgendwie entwickelt.
Hier ist zu sagen, dass es mir neben dem materiellen Bereich für unser Projekt wichtig ist, dass es geistig mit getragen wird. So gibt es in unseren Rundbriefen neben der Bitte um materielle Hilfe immer auch die Bitte, die Arbeit gedanklich mit zu tragen. Dies kann man gedankliche Begleitung, aber auch Gebet nennen.
Das habe ich von Mutter Teresa gelernt. Sie hat von morgens bis abends gearbeitet und daher nicht viel Zeit für das Gebet gehabt. Viele wollten ihr helfen, die jedoch nicht vor Ort oder kräftig genug waren. Sie hat immer wieder gesagt: „Geht und betet für die Armen, das könnt ihr mir abnehmen und mir dadurch viel helfen.“
Ich denke, das wird Auswirkungen auf die Kinder haben. Unseren jungen Menschen soll nicht nur Wissen und Streben nach Materiellem vermittelt werden, sondern auch Lebensinhalte, die darüber hinausgehen.

Lichtbilder-Vortrag von
Dr. Meyer-Hamme über das Projekt:
am Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, in der
Lukas-Kirche, HH-Volksdorf, Rögeneck

Kontakt: ;
Internet: www.helgo-indien.de
Anschrift: Kuhkoppel 18, 22159 Hamburg,
Tel.: 64422362

Spendenkonto:
H.E.L.G.O. e.V., Commerzbank Hamburg,
BLZ 200 40 000, Konto Nr.: 47 80 888