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09/2019

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Wahrheit heilt – schöpferisches Denken vitalisiert

Artikel von Hans Bonneval, Initiator und Dozent der Denkschule

Hans Bonneval
Hans Bonneval

Hans Bonneval, Jahrgang 1948 , geprägt von der 68-iger Protest-Bewegung. Beat-Musiker der ersten Stunde, als Sänger, Komponist und Textdichter tätig. Ausbildung zum Industrie-Kaufmann im Fachbereich Musik und Veranstaltungen. Studiert die heiligen Schriften der Welt und trifft dabei auf Rudolf Steiner. Seit Anfang der Achtziger Jahre Studium der Anthroposophie. 1996 Gründung der Denkschule in Hamburg. Seither als freier Anthroposoph, Dozent und Autor. Veröffentlichte bisher zwei Bücher und diverse Artikel. Ab 2004 Herausgabe der Zeitschrift „ProSophia“. Ab 2008 Veranstalter für die Forum-Initiative

Wußten Sie, daß unsere Art zu denken gesundheitsrelevant ist? Aktives schöpferisches Denken hat unmittelbar belebende, ja heilende Wirkungen. Man erinnere sich nur, wie es ist, wenn man einen zündenden Einfall hat. Blitzartig, wie ein positiver Schreck, schlägt der rettende Gedanke ein. Dann fühlt man sich unmittelbar gekräftigt und belebt. Das bloße Lernen und Erinnern dagegen, das unschöpferische Gewohnheitsdenken, hat abbauenden, ermüdenden Charakter. In einer Zeit, wo Programme und Maschinenabläufe oder Dauerberieselung dem Menschen nur noch wenig Spielraum für eigene Ideen lassen, ist daher eine allgemeine Ermüdung und Entkräftung zu bemerken. Auch klagen Wirtschaft und Politik über fehlendes Innovationsvermögen.

Innovation ist nicht allein durch Wissen zu erzielen, sondern vor allem über einen veränderten Umgang mit dem Denken

Aber Innovation ist nicht allein durch Wissen zu erzielen, sondern vor allem über einen veränderten Umgang mit dem Denken. Nicht einfach mehr Wissen, sondern ein anderes Denken ist gefragt. Das Denken, welches hier gemeint ist, wurde von den großen Künstlern, Philosophen und Wissenschaftlern der Klassik entwickelt, welche die Grundlage zur Kultur Europas geschaffen haben. Sie praktizierten ein wahrhaft schöpferisches Denken, welches den heutigen Menschen mehr oder weniger abhanden gekommen ist. Rudolf Steiner wurde nicht müde, auf die besondere Qualität des Denkens etwa eines Goethe, Schiller, Herder, Hegel usw. hinzuweisen und darauf, daß dieses Denken leider im Schwinden begriffen sei.

ein produktives Denken aller Menschen wäre zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben unbedingt erforderlich

Er sagte, dies müsse sich ändern, ein produktives Denken aller Menschen wäre zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben unbedingt erforderlich. Denn die gewaltigen Aufgaben der Zukunft sind nur durch das Verständnis und die Umsetzung der anthroposophischen Forschungsresultate zu bewältigen. Die Voraussetzung aber für das Verstehen der Anthroposophie, aber auch für deren Umsetzung, wäre ein solches schöpferisches Denken. Denn die Anthroposophie enthält kaum fertige Handlungsanweisungen, sondern nur Grundlagen zum Weltverständnis, aus welchen dann der Mensch sein Vorgehen erst auf schöpferische Weise entwickeln muß. So hat Rudolf Steiner auch versucht, den Unterricht an den Waldorfschulen danach einzurichten, daß die später erwachsen gewordenen Schüler zu Ideen-Menschen würden, zu Menschen, die ihr Leben und die Welt künstlerisch gestalten und nicht bloß wirtschaftlich.
Man kann sich die positive Wirkung dieses Denkens durch ein kleines Experiment sehr leicht verdeutlichen. Man nehme ein Stück Papier und zeichne darauf eine Linie, die keinerlei Bedeutung haben soll.

Dann drehe und wende man das Papier und suche nun im zweiten Schritt der Linie durch weitere Striche etc. eine Bedeutung, eine erkennbare Gestalt zu geben. Die Frage nach der ersten Linie ist also: Was könnte man aus dieser Linie machen, was jeder erkennen kann? Mit wenigen Strichen ist dann meist eine Comic-artige Figur, ein Symbol oder ein Gegenstand gezeichnet.

Oft ist man von dem Ergebnis positiv berührt. Man schmunzelt, ist überrascht. Was ist passiert? Man hat ohne besondere Anstrengung ein paar kleine schöpferische Gedanken gehabt.

man kann so manche Tasse Kaffee oder Tee sparen

Ganz unbedeutende – doch ihre Wirkung ist deutlich zu spüren. Man kann so manche Tasse Kaffee oder Tee sparen, wenn man bei Ermüdung einfach eine solche kleine Zeichnung anfertigt.
Ähnliche Wirkungen können auch durch Sprüche- oder Verse-Schmieden, also durch Dichten order auch Geschichten-Schreiben erzielt werden. Da macht man es so, daß man zunächst ein Wort hinschreibt, vielleicht, daß man ein Buch aufschlägt und das erste Hauptwort nimmt, oder daß man eine andere Person auffordert, einfach ein Wort zu sagen. Man schreibt es hin und schaut dann, was einem dazu einfällt. Z. B. schaue ich momentan aus dem Fenster und sehe einen Baum. Was fällt mir dazu ein? Nun, mir fällt folgendes ein:

Neun Worte

Der Baum steht
der Wind weht
die Zeit geht

Es stellt zwar nicht der Weisheit vorletzten Schluß dar, dennoch ist erreicht, was hier vorgeführt werden soll. Denn fällt einem etwas ein, so wird man sich gestärkt, erfrischt, erfreut fühlen, besonders dann, wenn der Einfall wirklich originär ist und nicht etwas, was man woanders schon gelesen hat.

nur wirklich eigene Einfälle sind von besonderer Kraft

Nur wirklich eigene Einfälle sind von besonderer Kraft. Überträgt man diese harmlosen Beispiele auf das gesamte Dasein, so ergibt sich ein konstruktiver Ausblick großartiger Möglichkeiten, das Leben neu und vor allem gesundend zu gestalten.
Diese aufbauende Kraft des schöpferischen Denkens spüren die Teilnehmer der Denkschule immer wieder, wenn sie an den Kursen teilnehmen. Immer wieder höre ich Worte wie: Ich war vollkommen müde und wollte schon zu Hause bleiben. Aber jetzt, nach diesen zwei Stunden, bin ich hellwach. Denn im Grundkurs der Denkschule wird dieses Denken in tiefgehender Weise an Beispielen aus dem praktischen Leben geübt, ebenso in den Seminaren zum schöpferischen Denken.
Ein anderer Gesundheits-Aspekt des Denkens sind die Gedanken-Inhalte. Da zeigt sich, daß von Wahrheiten wiederum gute Kräfte ausgehen, während Lügen, Täuschungen und Irrtümer sehr an unseren Kräften zehren. Diese Wirkung ist schwerer nachzuweisen, aber zumindest ist sie logisch nachvollziehbar.

der Mensch sammelt in seinem Ich Abbilder der Welt und des Lebens, die er mit Gedanken durchdringt und zu erklären versucht

Denn folgendes geschieht durch das Denken im Menschen: Er sammelt in seinem Ich Abbilder der Welt und des Lebens, die er mit Gedanken durchdringt und zu erklären versucht. Das sind unsere Erkenntnisse. Hält man nun aber einen Irrtum für wahr, glaubt man an eine Lüge, so trägt man ein falsches Bild von einem Teil der Welt in sich. Das ergibt eine Dissonanz zur realen Welt: draußen die wirkliche Welt – innen das falsche Abbild. Die dabei entstehenden Dissonanzen aber stören unsere Gesundheit, unsere Vitalität. Sie führen nicht nur zu falschen Handlungen und falschen Folgerungen, sondern sie führen uns in Dissonanz zur Wirklichkeit.

der Wahrheitsgehalt unserer Gedanken über die Welt ist nicht unbedeutend, sondern im höchsten Maße bedeutsam

Insofern ist der Wahrheitsgehalt unserer Gedanken über die Welt nicht unbedeutend, sondern im höchsten Maße bedeutsam. Die Anthroposophie zeigt die Methode, wie man sich ein wahrheitsfähiges Denken erarbeiten kann. Sie hat gerade deshalb oft einen schlechten Ruf, weil sie der gängigen Weltsicht widerspricht. Wahrheit ist unbequem, aber der einzige Weg Mensch und Gesellschaft zu heilen. Die meisten Menschen ahnen nicht, wieviel Irrtum das gewöhnliche Weltbild enthält, auch wenn sich dieses auf die allein als wahr vorgestellte Wissenschaft bezieht.

allein ein solcher Gedanke, daß der Mensch erst mit seiner Zeugung entstehe und mit dem Tode seine Existenz beende, steht in krasser Dissonanz zur Seele

Allein ein solcher Gedanke, daß der Mensch erst mit seiner Zeugung entstehe und mit dem Tode seine Existenz beende, steht in krasser Dissonanz zur Seele, die tief in ihrem Innern weiß, daß sie ein Ewiges ist. Sie trägt es nur nicht in Form von weltlichen Gedanken in sich, weshalb uns dies nicht als intellektueller Gedanke im Innern aufsteigt. Unzählige Unverträglichkeiten des heutigen Lebens sind allein auf die Ablehnung des Wiedergeburts-Gedankens zurückzuführen. Das schöpferische Denken würde den Menschen die Tatsache der Wiedergeburt auch ohne esoterisches Wissen finden lassen. Das bezeugen die Werke der Klassiker, die oft andeutend solche Gedanken schon aussprachen.

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Seminar für „Schöpferisches Denken“ statt und zwar vom Fr. 14.11. bis So. 16.11.08.
Wer Interesse hat, dieses Denken näher kennenzulernen und zu üben, der melde sich bitte an unter
E-Mail: hansdenkt@gmx.de
oder Tel. 040-27076-502 Hans Bonneval