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Gewaltprävention

– Ansätze für einen sozialen Kulturwandel

Interview mit Katrin von Kamen und Volker Thon, Mitarbeiter:in der Fachstellen für Gewaltprävention

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewalt gehört zu unseren alltäglichen Erscheinungen. Leider! Wir wissen von brutaler Gewalt in weltweiten Zusammenhängen, lesen, was immer wieder in Institutionen geschieht und jede:r von uns hat mindestens Gewalt in Form von Übergriffigkeiten erlebt. Ab wann beginnt Gewalt, in welchen Stufen tritt sie auf? Und vor allem: Was braucht es, um sie zu verhindern und andere Möglichkeiten des Umgangs zu finden? Katrin von Kamen und Voker Thon berichten aus ihrer langjährigen Erfahrung in Einrichtungen.

Interviewpartner:in: Katrin v. Kamen, wohnhaft im Wendland. Seit 2010 Mitarbeiterin der Fachstellen für Gewaltprävention im Anthropoi Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.. Seit 2014 tätig als Beraterin und Coach im sozialen Bereich. Die berufliche Tätigkeit begann in der Sozialarbeit, Fachrichtung Behindertenhilfe. 1980 Aufbau und Leitung eines Lebens- und Arbeitsortes für erwachsene Menschen mit Assistenzbedarf. Netzwerktätigkeit innerhalb Anthropoi Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. auf Regionaler- und Bundesebene. Sozialtherapeutin, Mediatorin MB, Psychotherapeutin HP, Qualitätsentwicklung GAB. Mail:
Volker Thon, arbeitete 1995 bis 2013 als innewohnender Sozialarbeiter in der Siedlung Humanopolis im Landkreis Uelzen. Seit 2013 ist er am Bauckhof Stütensen, zunächst als Sozialer Dienst der Werkstätten, jetzt als Wohnbereichsleitung tätig. Sechs Jahre lang leitete er die Vertrauensstelle für Gewaltprävention am Friedrich-Robbe-Institut in Hamburg. Er ist Mitarbeiter in der Fachstelle Gewaltprävention Nord.

Christine Pflug: Ihr arbeitet seit mehreren Jahren in der Fachstelle Gewaltprävention im Anthropoi Bundesverband ¹ mit. Wie seid ihr dazu gekommen und was wollt ihr damit erreichen?

Katrin von Kamen: Ich habe mehr als 35 Jahre auf dem Bauckhof Stütensen Menschen mit Assistenzbedarf begleitet. Zu Beginn meiner Tätigkeit war es mein Verständnis von guter Sozialarbeit zu wissen, was diese Menschen brauchen. Es war in den 80ern üblich, dass Mitarbeiter*innen bestimmten, was für den Einzelnen richtig oder falsch ist. Wir waren uns damals sicher, dass bestimmte Dinge, z.B. Fernsehen oder Computer, für die Menschen in unserem Betreuungszusammenhang schädlich seien, und deshalb wurden sie von ihnen ferngehalten. Es war ganz normal, dass wir festlegten, wann die Nachtruhe beginnt, dass alle am Morgenkreis teilzunehmen haben, wie viel gegessen wird und vieles mehr. Ganz allmählich hat sich aber mein Bild gewandelt. Ich konnte es nicht mehr vertreten, alle Bedürfnisse der erwachsenen Menschen festzulegen ohne sie mit einzubeziehen.

ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel

Dieses Empfinden traf zusammen mit einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Im Jahr 2006 wurde die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verabschiedet, deren Ziel es ist, den Menschen mit Behinderung weltweit den gleichberechtigten Zugang zu den Grundrechten zu gewährleisten.
Damals war ich Regionalsprecherin im Verband der anthroposophischen Einrichtungen (heute Anthropoi Bundesverband) in der Region Nord. Immer wieder erreichten uns Hilferufe aus den Einrichtungen, dass Mitarbeiter massiv übergriffig waren oder dass Menschen mit Assistenzbedarf die Einrichtung verlassen mussten, weil sie aggressiv geworden waren. Wir erlebten eine echte Not. Zusammen mit Eltern, Psychologen, Einrichtungsleitern und anderen gründeten wir einen Arbeitskreis, der dafür Lösungen finden wollte. 2010 ist hieraus die Fachstelle für Gewaltprävention entstanden.

Volker Thon: Ich habe nach meinem Studium in der Jungendhilfeeinrichtung Siedlung Humanopolis angefangen zu arbeiten. Die Herausforderung, jungen Menschen aus schwierigen Lebensumständen, zerrütteten Familien, mit teilweise extremen Verhaltensweisen brachten mich häufig am meine Grenzen. Ich war sicher, „dass ich schon weiß, was diese jungen Menschen brauchen“, um den richtigen Weg ins Leben zu finden. In der Jugendhilfe habe ich einen Auftrag und soll die jungen Menschen zur Gemeinschaftsfähigkeit erziehen. Dem wollte ich natürlich gerecht werden. Ich geriet immer wieder mit den Jugendlichen in massive Konflikte, die nicht selten auch körperlich wurden.
Im Verband der anthroposophischen Einrichtungen engagierte ich mich in der Fachgruppe Jugendhilfe. Ich hatte sehr viel Kontakt zu den anderen Einrichtungen und merkte, dass es in allen Einrichtungen ein Problem mit der Gewalt gab. Auf einmal wurde aus verschiedenen Einrichtungen berichtet, dass die Heimaufsicht, die Presse und auch die Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen Personen aus den Einrichtungen erhoben.
warum es in Einrichtungen zu Gewalt kommt
Ich merkte, dass ich so nicht mehr weiterarbeiten wollte und habe angefangen, mich damit auseinanderzusetzen, warum ich eigentlich Gewalt anwende und warum es in Einrichtungen zu Gewalt kommt. Im Jahr 2009 wurde ich dann eingeladen, an der Arbeitsgruppe Gewaltprävention mitzuarbeiten.
Mit der Arbeit in der Fachstelle wollen wir erreichen, dass die Menschen, die in den Einrichtungen, die dem Anthropoi Bundesverband beigetreten sind, an einem sicheren Ort leben und sich zu selbstbewussten, selbstbestimmten Persönlichkeiten entwickeln können.

C. P.: Betrifft Gewalt die anthroposophischen Einrichtungen besonders?

V. T. : Nein! Es gibt fortlaufend aus allen möglichen Zusammenhängen Berichte über Gewalt. Man kann aber auch nicht sagen, dass anthroposophische Einrichtungen besser geschützt sind als andere.

K. v. K: Kurz nachdem wir 2010 die Fachstelle gegründet hatten, wurden die Missbrauchsfälle in der Odenwaldschule, dem Canisius Kolleg und dem Kloster Ettal bekannt. Seither gab es viele weitere Berichte aus der katholischen Kirche, dem Sport, aus Einrichtungen der Lebenshilfe, aus Kindergärten, aus der Altenpflege und eben auch aus anthroposophischen Einrichtungen.
Wir haben von Anfang an allerdings wahrgenommen, dass es in diesen öffentlichen Berichten meistens um Fälle sexualisierter Gewalt geht. Die alltägliche Gewalt, die uns in der Fachstelle bewegt hat, diese Arbeit zu machen, wird in der Öffentlichkeit seltener wahrgenommen.

„Gewalt liegt vor, wenn ein Mensch bewusst oder unbewusst verletzt oder geschädigt wird.“

C. P.: Wo fängt aus eurer Sicht Gewalt an?

K. v. K: Das ist tatsächlich die entscheidende Frage. Für die Prävention von Gewalt muss man wissen, was man verhindern will. Wenn man in einer Gruppe jedoch die Frage stellt, wo Gewalt anfängt, bekommt man immer ganz unterschiedliche Antworten. Jeder beantwortet diese Frage für sich ganz subjektiv. Klar ist, dass Schläge, Kopfnüsse, Tritte, aber auch Mobbing, Beleidigungen und Beschimpfungen Gewalt sind – da stimmen in der Regel alle zu. Aber Gewalt beginnt schon viel früher, und jeder Mensch empfindet es anders. Wenn du von einem Menschen, den du magst, angefasst wirst, ist es etwas anderes, als wenn dasselbe jemand tut, den du überhaupt nicht kennst.

C.P.: Dann würde alles, was ich tue, potentiell einen anderen Menschen verletzen und damit Gewalt sein?

V. T.: Niemand kann mit einem anderen Menschen in Beziehung treten, ohne seine Grenzen zu berühren. Da ich nicht weiß, wo deine Grenzen liegen, kann ich – ohne es zu wollen – deine Grenze verletzen. Du empfindest das dann vielleicht schon als Gewalt. Es kann also passieren, dass ich dich mit einer einfachen Bemerkung massiv verletze, obwohl ich dir etwas Nettes sagen wollte. Wenn du dann sagst, dass das für dich Gewalt ist, kann ich ja nicht sagen: „Stell dich nicht so an. Das ist doch keine Gewalt!“ Darum sagen wir in der Fachstelle „Gewalt liegt vor, wenn ein Mensch bewusst oder unbewusst verletzt oder geschädigt wird.“
Als mir bewusst wurde, dass alles, was ich tue, für einen anderen Gewalt sein kann, war ich erstmal wie gelähmt. Was kann ich da als Pädagoge noch machen? Ist nicht jede pädagogische Handlung ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht eines jungen Menschen?

K. v. K.: Um aus so einer Lähmung raus zu kommen, muss man genauer hinsehen. Man kann beobachten, dass Gewalt in einer gewissen Stufigkeit vorkommt. Man kann unterscheiden zwischen Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt, die strafrechtlich verfolgt werden kann oder muss. Grenzverletzungen sind alltäglich. Sie kommen vor, wenn man unaufmerksam oder unwissend ist. Sie passieren eigentlich nicht absichtlich. Dagegen finden Übergriffe doch eher bewusst statt. Es ist mir eigentlich schon vorher klar, dass ich mit dem, was ich tue, jemanden verletzen kann, auch wenn ich die Verletzung in der konkreten Situation gar nicht vorhabe. Mit Übergriffen bezeichnen wir alles, was noch nicht strafrechtlich verfolgbar ist. Im Strafgesetzbuch ist dann noch definiert, was in unserer Gesellschaft verboten ist und welche Strafen dafür vorgesehen sind. Die Übergänge sind dabei aber sehr fließend.

in Familien, Einrichtungen, Schulen, Vereinen, Kirchen, Parteien, überall in allen gesellschaftlichen Gruppen

Wenn Grenzverletzungen einfach hingenommen werden, entsteht eine Kultur, in der Übergriffigkeiten selbstverständlich werden. Das können wir in den Familien, Einrichtungen, Schulen, Vereinen, Kirchen, Parteien, überall in allen gesellschaftlichen Gruppen wahrnehmen. Strafrechtlich relevante Gewalt bleibt in dieser Kultur eher unentdeckt. Eine Kultur der Übergriffigkeit erzeugt Angst und Unsicherheit, was letztlich Entwicklung zu einer selbstverantwortlichen Persönlichkeit behindert. Leider ist eine solche Kultur ziemlich verbreitet. Das wollen wir mit unserer Arbeit in der Fachstelle verändern.

Man muss sich und sein Handeln reflektieren.

V. T.: Wenn man einen Kulturwandel will, muss man zunächst ehrlich zu sich selber sein und anschauen, wo und warum man selber die Grenzen der anderen verletzt oder sogar übergriffig wird. Man muss sich und sein Handeln reflektieren. Das ist überhaupt nicht bequem, deshalb machen wir das selten und ungerne.
Wie schon gesagt, passieren Grenzverletzungen da, wo ich unaufmerksam oder unwissend bin. Ich werde übergriffig, wenn ich in einem Konflikt nicht mehr weiter weiß oder überfordert bin. Ich lasse die Selbstbestimmung des anderen außer Acht, wenn meine Überzeugungen keinen Spielraum für Alternativen lassen. Wenn ich zu meinem Wohlbefinden die Rechte und Bedürfnisse meiner Mitmenschen übergehe, instrumentalisiere ich sie. Und wenn ich untätig zuschaue, wenn Grenzen verletzt werden, mache ich mit dem Täter gemein.

Wer entscheidet, was eine Selbstgefährdung bzw. Fremdgefährdung ist?

Es gibt eigentlich nur eine legitime Begründung, die Grenzen eines Anderen zu verletzen, nämlich da, wo Selbst- oder Fremdgefährdung verhindert werden soll. Und hier wird es kompliziert. Wer entscheidet, was eine Selbstgefährdung bzw. Fremdgefährdung ist? Und auf welcher Grundlage? Darf einem Bewohner eines Pflegeheimes der Konsum von Alkohol verboten werden, weil er dadurch schneller stürzen könnte? Darf ich einem übergewichtigen Menschen in der Einrichtung das Essen portionieren, weil er noch mehr zunehmen könnte? Darf die Lehrerin das Kind festhalten, weil es durch die Klasse rennt und dabei jemanden umwerfen könnte? Bei der Beantwortung solcher Fragen dürfen meine Überzeugungen keine Rolle spielen. Hier zählt nur, ob der Eingriff zulässig, also rechtlich gedeckt, und ob es keine weniger einschränkende Möglichkeit gibt.

C. P.: Welche Strukturen begünstigen, dass Menschen übergriffig werden?

stark hierarchische, diffuse oder verwahrloste Strukturen
 

V. T.: Alle Strukturen, die verhindern, dass man darüber spricht, wenn sich jemand verletzt fühlt. Das klingt für viele Menschen noch sehr seltsam. Mir wird dazu regelmäßig gesagt, dass diese „Blümchenpädagogik“ ja überhaupt nichts bringe. Man könne doch nicht alles ausdiskutieren. Wenn aber nicht zugelassen wird, dass jemand sagt: „Da hat mich die Lehrerin vor der Klasse bloß gestellt“ oder „Der Geschäftsführer hat anzügliche Sprüche gemacht“. Wie soll man da den Mut finden, über die Verletzungen im intimsten Bereich zu sprechen?

Gewalt begünstigenden Bedingungen finden wir auch in Familien, Partnerschaften, Arbeitsverhältnissen etc.

K. v. K.: Schauen wir dazu mal auf die Institutionen, über die in der Presse wegen sexualisierter Gewalt berichtet wird: In einigen Institutionen herrscht ein Klima der Angst, das sich in einer stark hierarchischen Struktur begründet. In anderen Institutionen – mit diffusen Strukturen – ist nicht klar, wer wofür verantwortlich ist, jeder darf überall mitreden. Oder es gibt Institutionen, in denen jeder machen kann was er will. Da sind die Strukturen verwahrlost.
Diese drei Arten der Struktur führen dazu, dass Mitarbeiter permanent überfordert sind, sie müssen ihre Überzeugungen nicht reflektieren, die Rechte und Bedürfnisse des Einzelnen spielen keine Rolle und über Fehler darf nicht gesprochen werden. Viele dieser Institutionen sind wenig vernetzt, befinden sich abseits, lassen keinen Blick von außen zu. Dogmen und Tabus verhindern den Blick darauf, dass in der Institution etwas schief läuft. Da brauchen wir gar nicht lange suchen, um in unserem Umfeld solche Strukturen zu finden. Man kann sie überall, wo Menschen zusammen kommen, mehr oder weniger stark ausgeprägt entdecken. Gewalt begünstigenden Bedingungen sind nicht auf Institutionen begrenzt. Die finden wir auch in allen anderen Beziehungen, in Familien, Partnerschaften, Arbeitsverhältnissen etc.

Im Zwischenmenschlichen braucht es eine „konstruktiven Fehlerkultur“.

C. P.: Was schlagt ihr vor, wie Gewalt verhindert werden kann?

V. T.: Ich glaube, dass hier deutlich wird, dass jeder Einzelne etwas tun kann, um Gewalt zu verhindern. Da braucht es an erster Stelle die Bereitschaft anzuerkennen, dass ich mit jeder Handlung, die ich tue, einen anderen Menschen verletzen kann. Diese Bereitschaft ist notwendig, um wahrzunehmen, dass ich jemanden verletzt habe. Wenn ich diese Bereitschaft nicht habe, werde ich nichts verändern.
Im Zwischenmenschlichen braucht es eine „konstruktiven Fehlerkultur“. Es ist in unserer Gesellschaft wenig akzeptiert, dass Fehler gemacht werden dürfen, meistens wird man auch noch für seine Fehler bestraft. Wenn Fehler passieren dürfen, sie benannt werden können und auch hinterfragt werden darf, warum sie passieren, dann lernen wir daraus. Wenn ich also eine Grenzverletzung als möglichen Fehler akzeptiere, der benannt und hinterfragt werden darf, kommen ich zu einem reflektierenden Umgang mit ihnen und damit zu einer Veränderung meines Handelns. Wir sollten uns also darüber freuen, gesagt zu bekommen, dass wir jemanden – wie auch immer – verletzt haben.
der achtsame Umgang mit den Grenzen meiner Mitmenschen
So eine Kultur entsteht nicht von alleine. Das ist echte Arbeit und braucht viel Geduld. Die Erfahrung, dass sich etwas verändern kann, können manche Menschen zunächst auch nicht zulassen.

K. v. K.: In den Einrichtungen im Anthropoi Bundesverband haben wir sogenannte Vertrauensstellen eingerichtet. Sie können helfen, dass sich die Menschen in den Einrichtungen zusammensetzen und aussprechen, was sie verletzt hat. Solche Gespräche werden dann moderiert, und es wird gemeinsam eine Klärung herbeigeführt. In solchen Gesprächen können die Beteiligten dann meist erkennen, warum der andere sich verletzt fühlte. Die Verletzung hat nämlich häufig nur vordergründig mit der konkreten Situation zu tun. In der Zwischenzeit können wir beobachten, dass die Bewohner in Einrichtungen mit Vertrauensstelle viel weniger Konflikte miteinander haben.

V. T. : Für Institutionen, die Menschen begleiten – also Kindergärten, Schulen, Wohnformen der Eingliederungshilfe, Pflegeeinrichtungen usw. – kann die Prävention im Leitbild, den Konzepten und in den gemeinsam vereinbarten Werten und Grundsätzen verankert werden. Wenn Einrichtungen sich systematisch Klarheit verschaffen, über welche Schätze sie verfügen und welche Risiken die institutionellen Strukturen bergen, können sie ein gutes Schutzkonzept entwickeln. Durch klare und allen bekannte Regeln für die Intervention, wenn etwas passiert ist, entsteht Sicherheit in der Bearbeitung. Das wirkt sich immer positiv aus. Außerdem ist es wichtig, die Nachsorge – wie geht es den Beteiligten, dem Umfeld und was können wir daraus lernen? – nicht zu vergessen.
Wir sind uns sicher, dass sich die Ansätze der Gewaltprävention auch auf andere Zusammenhänge übertragen lassen. Der achtsame Umgang mit den Grenzen meiner Mitmenschen führt ganz sicher zu Veränderungen im sozialen Miteinander.

¹ Wir von Anthropoi Bundesverband setzen uns für eine inklusive Gesellschaft ein. Eine Gesellschaft, in der Menschen mit und ohne Assistenzbedarf ganz selbstverständlich gemeinsam leben, lernen und arbeiten. Unsere Aufgaben liegen in der Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik. Wir machen Öffentlichkeitsarbeit. Wir fördern die fachliche Entwicklung und die Zusammenarbeit innerhalb unseres Verbandes und arbeiten mit anderen Akteuren der Zivilgesellschaft zusammen.