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Elementarwesen

Interview mit Thomas Mayer, Meditationslehrer

Thomas Mayer
Thomas Mayer

Die meisten von uns können damit einhergehen und auch nachempfinden, dass in Landschaften, an speziellen Orten, in Räumen Stimmungen herrschen. Aber wie entstehen die? Was steht dahinter? Kann es sein, dass die Natur beseelt ist und wir durch eine meditative Aufmerksamkeit mit diesen Kräften in Beziehung treten können?

Thomas Mayer, Meditationslehrer, Bürgerrechtler, Autor. Geb. 1965 in Kempten, 1988 Mitbegründer von Mehr Demokratie e.V., bis 2001 Büroleiter bzw. Geschäftsführer von Mehr Demokratie e.V., ab 1997 Konzeption und Vorbereitung von Regiogeldern, bis 2006 Gesellschafter des OMNIBUS FÜR DIREKTE DEMOKRATIE, seit 2004 zusammen mit Agnes Hardorp Kurse in Anthroposophischer Meditation, mehrere Buchveröffentlichungen.
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Christine Pflug: Was sind Elementarwesen?

Thomas Mayer: Es sind Wesen, die die Stimmung an Orten machen und halten. Jeder Ort, jede Wohnung, Landschaften, Bäume haben eine bestimmte Atmosphäre, und das erlebt jeder. Woher kommt diese Stimmung? Materialistisch könnte man sagen: Das sind innere seelische Erlebnisse, und es hat nichts mit der realen Welt zu tun. Aus materialistischer Sicht wird die reale Welt als Zusammensetzung von Atomen gesehen – da gibt es keine Stimmungen. Aber beispielsweise können verschiedene Menschen an den jeweiligen Orten die gleiche Stimmung erleben, d. h. es gibt eine gewisse Objektivität. Es sind Elementarwesen, die diese Stimmung in der Landschaft und in der Natur halten. In den Märchen werden sie als Zwerge, Elfen, Gnome usw. bezeichnet; es gibt leider wenige Begriffe. Früher war es für die Menschen selbstverständlich, dass die Natur beseelt ist; auch in anderen Regionen der Welt ist das den Menschen völlig klar, in Afrika, Südamerika, Asien, bei Indianern usw. Die Natur ist beseelt, und das sind ganz konkrete Seelen. Seit ein paar Jahrhunderten wird das in der westlichen Welt als Spinnerei abgetan. Ich denke: Alles, was unsere Vorfahren seit Jahrtausenden erlebt haben und was in anderen Kulturen als selbstverständlich gilt, kann man doch nicht einfach abtun, nur weil wir es in unserer Zivilisation nicht mehr erleben.

C. P.: Wie bist du persönlich dazu gekommen, das zu erleben?

Um Wesen zu erkennen, muss man sie auch ansprechen.

T. Mayer: Da gab es viele Zwischenschritte. Ich habe mich Jahrzehnte mit Anthroposophie beschäftigt, hatte eine innere Sehnsucht nach deutlichen geistigen Erlebnissen und wollte mich in der geistigen Welt auch verankern. Das war die Grundlage. Ich brauchte dann viele Begegnungen mit Menschen, die mit Elementarwesen umgehen; von ihnen habe ich gelernt, dass ich Erlebnisse, die ich sowieso habe, ernster nehmen muss. Beispielsweise, wenn an Orten eine bestimmte Stimmung herrscht, dass ich da verweile und hineinmeditiere: Wie fühle ich mich dort? Gefasst, geerdet oder ist es mehr etwas tänzerisch Bewegtes oder ist es aufsteigend, kräftig, konzentriert. (Damit habe ich jetzt Erdwesen, Wasserwesen, Feuerwesen charakterisiert.) Dann kam der große Schritt, dass ich das auch als Wesen erlebte. Um Wesen zu erkennen, muss man sie auch ansprechen. Wenn ich mit einem Hund kommunizieren will, muss ich auf ihn zugehen und ihm Aufmerksamkeit schenken, dann reagiert er. So ist das mit den Elementarwesen auch: Sie reagieren.

C. P.: Dass es Stimmungen gibt, können viele nachvollziehen, aber nicht, dass diese von Elementarwesen erzeugt werden!?

T. Mayer: Man kann ihre Existenz nicht theoretisch begründen – es sind halt Wesen, genauso, wie Tiere auch Wesen sind. Wenn man beispielsweise mit einem Hund in eine Kommunikationsbeziehung tritt, merkt man, er reagiert, es ist eine eigene Seele mit eigenen Empfindungen etc. Es ist ein Unterschied zu einem Stein, der nicht reagiert.

C. P.: Von einem materialistischen Standpunkt aus könnte man sagen: Das sehe und höre ich nicht, und alles andere bilde ich mir ein …

T. Mayer: Wenn man dieser Ansicht ist, wird man das auch nicht erleben können. Es ist eine Voraussetzung, dass man mental ein offenes Feld dafür bereitet; das heißt nicht, dass man schon daran glauben muss, aber man muss es für möglich halten, sonst schließt man sich in den Erlebnisfähigkeiten ab. Das ist im Leben sonst auch so: Wenn jemand meint, er sei unmusikalisch und hört die Feinheiten der Musik nicht, ist es natürlich schwierig, ihn zu einem musikalischen Erleben zu bringen.

C. P: Wie kann man vorgehen und sich langsam an diese Erlebnisse herantasten?

Wie ist es hier im Vergleich zu anderen Orten?

T. Mayer: Rein praktisch ist es so, dass man erst mal an den Orten verweilt, den eigenen Empfindungen nachspürt und auch meditativ hineingeht. Es ist hilfreich zu formulieren: Wie es hier ist im Vergleich zu anderen Orten?
Man kann es zur Gewohnheit machen, auf so etwas zu achten, dabei wird man merken, dass die Welt sehr vielschichtig ist.
Die Wiederholung war für mich der Schlüssel. Ich bin immer wieder an die selben Orte, wo ich ein Erlebnis hatte, hingegangen, um zu überprüfen, ob ich zu dem gleichen Ergebnis komme. Das klappt aber nicht immer: Mitunter ist nichts passiert, weil ich nicht die richtige Haltung hatte; innerlich war ich von einem ganz anderen Thema gefangen und gar nicht offen. Es ist eine subtile Angelegenheit, und das muss man in der eigenen Seele merken.

C. P.: Es gibt also diverse Möglichkeiten, wie man sich selbst blockieren kann, z. B. wenn man sich in der eigenen Subjektivität nicht zurücknimmt?!

sich in der eigenen Subjektivität anerkennen

T. Mayer: Das ist das Eine und das Andere ist, sich auch in der eigenen Subjektivität anzuerkennen. Ich habe bei mir festgestellt, wenn ich beispielsweise einen Streit mit jemand hatte, dass ich dann tagelang nicht mehr in das seelische Erleben der Natur hineingekommen bin. Bis ich dann merkte: Ich muss den Streit nicht endgültig gelöst haben, aber anerkennen, dass er mich verletzt hat und noch in meiner Seele lebt. Dadurch hat das seinen Platz erhalten, und die Türe war wieder offen. Das beschreibt Rudolf Steiner auch: Wenn man über die Schwelle geht, begegnet man dem Hüter der Schwelle, also dem Konglomerat der eigenen Verstrickungen, Schatten, ungelösten Konflikten, und man muss ihn anschauen, um an ihm vorbeigehen zu können.

Man spürt eine seelische Anwesenheit.

C. P.: Du hast gesagt, dass man mit Elementarwesen in Beziehung treten kann. Wie machst du das?

T. Mayer: Wenn ich an einen Ort gehe, schaue ich, wo ich mich angesprochen fühle. Dann ist ein Verweilen angesagt. Wenn man neue Menschen kennenlernt, macht man zuerst auch ein wenig Smalltalk und stimmt sich dadurch auf den anderen ein. So ist das bei den Elementarwesen auch: Es ist dann nicht nur ein Erleben von Kraft, sondern man spürt eine seelische Anwesenheit.
Ich bin mir zunächst selbst oft nicht klar: Ist es jetzt ein rein ätherisches Phänomen oder ist es ein Elementarwesen, was auch einen Ätherleib hat?

C. P.: Was wäre der Unterschied zwischen „ätherischem Phänomen“ und Elementarwesen?

T. Mayer: Beispielsweise könnte man ein Strömen fühlen, vielleicht schwingend durch mich hindurch. Sind das dann nur Ätherkräfte, zum Beispiel eine Leylinie, also eine geomantische Linie in der Natur, wie ein Meridian im menschlichen Körper? Das wäre also ein reines Kräftewirken. Oder hat man es mit einem Wesen zu tun, was dieses Kräftewirken verursacht? Ich selbst bin mir dabei oft unklar. Dann sage ich von meinem Herzen aus „Hallo“, und schaue, ob etwas zurückklingt. Wenn es ein reines Kräftewirken ist, klingt nichts zurück. Die seelische Geste der Begrüßung verpufft. Bei einem Elementarwesen merke ich aber eine Antwort.

Das ist alles subtil, keineswegs spektakulär.

C. P.: Wie könnte so eine Antwort sein?

T. Mayer: Es könnte sein, dass ich mich im Herzen wie warm gestreichelt fühle oder dass sich mein Erleben intensiviert, vielleicht, wenn es ein Gnom ist, wie in einer Formhülle gut geerdet und etwas phlegmatisch. Das Gefühl der Anwesenheit verstärkt sich. Das ist alles subtil, keineswegs spektakulär, und es ist auch nichts Äußeres dabei. Es gibt keine Figuren wie in einem Walt-Disney-Film, die dann zurückwinken. Man könnte es in innere Bilder umsetzen, aber es ist ganz unspektakulär, es sind einfache innere Erlebnisse, die man merkt oder auch nicht merkt.

C. P.: Du benutzt Begriffe wie Gnome, Elfen, Feuerwesen etc. Wie kommst du darauf?

T. Mayer: Es ist eine traditionelle Einteilung, man kennt das aus Märchen, auch die Alchemisten haben die Naturwesen den vier Elementen zugeordnet. Das ist eine Orientierungshilfe, und man hat eine Strukturierung, so wie wenn man sagt: das ist ein Vogel, das ist ein Säugetier, das ist ein Reptil. Es gibt aber auch Übergänge und Mischungen, z. B. wässrige Erdwesen, luftige Feuerwesen oder ähnliches.

Es bildet sich eine innere Landkarte.

Ich kann es etwas pauschal charakterisieren: Bei Erdwesen spürt man etwas Gefasstes, Konzentriertes; ich fühle mich wie in einem stabilen Leib und bin wach. Bei Wasserwesen werde ich mehr träumend, ich habe keinen stabilen Leib, es ist immer alles in Bewegung, leicht fließend, sich immer verwandelnd. Bei den Feuerwesen ist viel Willenskraft dabei, wie Funkenschlagen, man wird wach und aktiv; diese Wesen braucht man, wenn man etwas tun will. Bei Luftwesen beginnt eine Bewegung und löst sich dann wieder auf und setzt sich an einem anderen Ort fort, man hat nicht den Eindruck eines einheitlichen Leibes, sondern eines Entstehens und Vergehens. Auf das Denken bezogen transportieren die Luft- und Lichtwesen gute Einfälle.
Wenn man sich einen längeren Zeitraum mit Elementarwesen beschäftigt, bildet sich eine innere Landkarte, d. h. jedes neue Erleben ordne ich ein in die vielen anderen, die ich schon hatte. Diese innere Landkarte hat man aber am Anfang nicht.

C. P.: Bezieht sich das jetzt auf die Natur oder auch auf Wohnungen und andere Räume?

T. Mayer: In den Wohnungen sind viele Elementarwesen, die die Stimmung halten. Es ist eine hierarchische Welt: Es gibt immer einige größere, die den Überblick haben und unendlich viele kleine, die wie eine Art Teppich über dem Boden sind. Es gibt dazu noch viele Wesen, die mit den Menschen, die dort wohnen, direkt zu tun haben. Sie sind entstanden durch die Stimmungen der Menschen. In einem Raum, in dem viel gestritten wurde, muss man damit rechnen, dass viele Streitwesen in den Ecken sitzen, die wiederum für eine schlechte Stimmung sorgen. Wenn gute Stimmung und Harmonie verbreitet wurde, ist das auch im Raum drinnen. Wenn in einem Raum gearbeitet wurde, geht die Arbeit danach besser.

C. P.: Ihr geht bei Euren Meditationsseminaren auf die Grünflächen an der Außenalster, um die Wirkung der Elementarwesen zu erleben. Was ist dort besonders?

„genährte“ Wesen

T. Mayer: Der Park an der Außenalster hat eine edle, aufbauende, reinigende Wirkung, die von sehr großen, hoch entwickelten Elementarwesen gehalten wird. Das spüren die Menschen. An Orten, die menschliche Zuwendung bekommen und wo die Menschen auch entspannt sind, findet man „genährte“ Wesen.

C. P.: Kannst du Erlebnisse aus dem Park beschreiben?

T. Mayer: Wenn man von der Alten Rabenstraße in den Park eintritt, erlebe ich sehr stark das Gefühl des Eintretens. Es wachsen dort auch prächtige Platanen, die einen nach oben ziehen. Man kann sich dort schön umhüllt fühlen, es entsteht eine Substanz und Zufriedenheit um einen herum, ich könnte es mit „fülliger“ beschreiben. Das liegt daran, dass man in den Ring der Elementarwesen, die den ganzen Park erfüllen, eintritt.
Gleich links nach diesem Eingang ist auf der Wiese ein großer weit ausgebreiteter Baum. Der hat eine soziale Aufgabe. Da sind alle Sorten von Elementarwesen dabei, die Gnome in den Wurzeln, die Wasserwesen um die Blätter und Triebe drum herum, Feuerwesen sind in der Frucht drin. Es gibt auch ein leitendes Wesen des Baumes, man nennt das Faun. Dieser Baum hat eine besondere soziale Aufgabe, man könnte ihn als Hüterbaum bezeichnen; wenn ich mich in ihn hineinlebe, kann ich mich mit dem ganzen Park verbunden fühlen. Man kann sich das so vorstellen wie bei einer Pferdeherde der Leithengst, der den Überblick hat, eine Ausrichtung für die anderen gibt und alles miterlebt, was passiert. Das ist mehr, als wenn ich mich in einen anderen Baum hineinlebe, der quasi nur für sich alleine steht.
In der Mitte des Parks gibt es den Bereich neben dem Teich, wo im Sommer die Liegestühle stehen. Wenn wir mit unseren Kursteilnehmern dorthin gehen, erleben sie etwas Ausgeglichenes, Harmonisches, Befriedetes; man steht gut, kommt in eine schöne Aufrechte, fühlt sich gut mit sich verbunden. Wenn man an dem Ort an stressige Themen denkt, fühlt man in der Regel den Stress gar nicht mehr – es lebt eine Versöhnungs- und Verständniskraft. Dort ist ein sehr großes Elementarwesen. Dieses Wesen ist auch sehr gut geeignet, eigene Lebensthemen zu besprechen und andere Blickwinkel oder Gesichtspunkte zu holen. Man bekommt die Reaktion meistens nicht in Worten, aber man fühlt sich hinterher sortierter.

einfach auch mal aufmerksam hinschauen

C. P.: Brauchen es die Wesen, auch wenn man sie nicht wahrnimmt, dass man sich über den Ort freut und ihn würdigt?

T. Mayer: Ja, und einfach auch mal aufmerksam hinschaut. Rudolf Steiner beschreibt: Wenn man mit einem aufmerksamen Blick in die Natur schaut, können die Elementarwesen durch diesen Blick in die menschliche Seele hereinkommen. Man könnte das vergleichen: Man arbeitet in einem Büro und keiner grüßt einen und blickt einen an. Wie lange würden wir das aushalten? So geht es den Elementarwesen mit uns Menschen.

C. P.: Ist es angesichts des Klimawandels und der Umweltverschmutzung der Natur besonders wichtig, auf sie einzugehen?

T. Mayer: Die Liebe zur Natur ist überhaupt die Grundlage, und je größer die ist, desto weniger wird die Umwelt verschmutzt werden. Man sollte sich nicht damit verrückt machen, die Verantwortung für die ganze Weltentwicklung übernehmen zu wollen; wenn jeder einer Ecke auf der Straße oder einem Zimmer in der Wohnung ein paar Minuten Aufmerksamkeit schenkt, ist das eine wichtige Tat und die kann auch jeder machen.

C. P.: Haben die Elementarwesen eine Botschaft an uns?

T. Mayer: Das ist allgemein schwer zu beantworten. Wenn man mit einem Erdwesen kommuniziert, bekommt man ganz andere Reaktionen, als wenn man sich mit einem Wasserwesen verbindet. Die Elementarwesen in der Natur sind sehr interessiert am Menschen und an ihrer Seele, nehmen gerne Anteil und freuen sich, wenn wir nicht nur Black Boxes sind. Das erleben auch viele Menschen: Wenn sie mit inneren Fragen einen Spaziergang machen, wie danach dieses innere Thema anders da steht, weil man quasi in einen Austausch mit den Wesen des Waldes oder des Feldes getreten ist.
Man muss nicht glauben, dass das wirklich alles Wesen sind, wenn man das selber nicht nachempfindet. Dann lieber diese Möglichkeit offen lassen. Aber man wird nur zu einem evidenten Erleben kommen können, wenn man denkt, dass es so sein kann. Sonst wird es sich nicht einstellen. Wenn man sich damit beschäftigt, Bücher darüber liest, stellt man sich langsam darauf ein; anfangs wird man das komisch oder skurril finden, wenn man sich aber länger damit beschäftigt, findet eine Gewöhnung oder Normalisierung statt.

Bücher von Thomas Mayer zum Thema:

Rettet die Elementarwesen

Zusammenarbeit mit Elementarwesen – 13 Gespräche mit Praktikern

Zusammenarbeit mit Elementarwesen 2 – Neue Interviews mit Forschern und Praktikern