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09/2019

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30 Jahre hinweis

Mit Beiträgen von Christine Pflug, Tille Barkhoff, Elmar Lampson, SchülerInnen der 11. Klasse Rudolf Steiner Schule Wandsbek

Am 5. Juni wurde in den Schnittke-Akademie das 30-jährige Jubiläum des hinweis gefeiert, zu dem Sie, als LeserInnen, auch die AnzeigenkundInnen, Interviewpartner und Vertreter der Einrichtungen eingeladen waren. Es war eine gelungene, heitere Feier mit über 100 BesucherInnen, musikalisch begleitet von dem a-cappella-Terzett Livella Kadó.
Zu dem Motto „Kultur leben“ gab es verschiedene Beiträge. Sie zeigten den großen Umfang und die Impulse des anthroposophischen Kulturlebens in Hamburg auf, von den Anfängen, kraftvollen und krisenhaften Zeiten bis in die Gegenwart und mit Wünschen für die Zukunft.

Zusammenfassung der Ansprache an die Gäste von Christine Pflug, Redaktion und Verlag

„Ich freue mich, dass wir heute „Kultur leben“ feiern können, mit Redebeiträgen und Musik. Das Wetter spielt mit und die Schnittke-Akademie hat die wunderschönen Räume zur Verfügung gestellt.

Da ich den hinweis nun fast die Hälfte meines Lebens mache, richte ich am Anfang einige persönliche Worte an Sie. Es war ja keineswegs ein glatter Weg. Ich bin zum hinweis gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. 1986 kam ich in Hamburg an, direkt zum großen Jugendkongress, und zwar unmittelbar aus England, wo ich Social Development studiert hatte, in einem College für Erwachsenenbildung auf anthroposophischer Grundlage. Hier in Hamburg wollte ich in der damaligen Forum-Initiative Jugendkulturarbeit machen. Die Gemeinnützige Treuhandstelle, deren Aufgabe es ist, Einrichtungen zu unterstützen, wollte dies durch eine ABM-Maßnahme ermöglichen. Eine solche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde damals für zwei Jahre vom Arbeitsamt finanziert. Durch die Vorschriften des Arbeitsamtes entwickelte es sich dann aber dahin, dass wir diese Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit und für die Publikation eines Veranstaltungskalenders eingerichtet haben.

So fing das an! Bei den ersten Ausgaben waren damals Joachim Heppner, heute Leiter der Kunstakademie, dabei und Martin Rozumek, ein Student. Wir drei produzierten die ersten hinweise. Mit Schreibmaschine hatten wir Zettel geschrieben, aufgeklebt, und mit Letraset – das waren einzelne Buchstaben, die man von einer Folie aufs Papier aufrubbeln musste – haben wir die Überschriften zusammen gerubbelt. Als der erste hinweis rauskam, sagte jemand: „Das sieht ja aus wie eine Schülerzeitung!“

Wenn ich die 30 Jahre zurückblicke, war es ein Weg mit vielen Pannen, Geholper und Gestolper. Ich musste damals erst lernen, Schreibmaschine zu schreiben, überhaupt Texte zu formulieren. Auch Rechtschreibung war nicht meine Stärke. Die „Geschäftsführung“ eines solchen Verlages war mir auch nicht in die Wiege gelegt worden. Und in meinem jugendlichen Eifer wollte ich die Anthroposophie revolutionieren, veröffentlichte einige Artikel und Interviews, mit denen ich damals, in dem hanseatischen Hamburg von 1988, in diverse Fettnäpfe tapste. Es gab für mich einiges zu lernen!

Christine Pflug, Redaktion Hinweis und Verlag, Matthias Zaiser, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Treuhandstelle Hamburg, Herausgeber
Christine Pflug, Redaktion Hinweis und Verlag, Matthias Zaiser, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Treuhandstelle Hamburg, Herausgeber

Meine eigentliche berufliche Tätigkeit ist Psychotherapie und Biografiearbeit, aber ich habe daneben den hinweis immer gerne gemacht. Und im Laufe der Jahre machte es mir immer mehr Spaß! Ich lerne interessante Menschen kennen, ich kann mich mit tollen Themen beschäftigen und darin vertiefen; in den Einrichtungen bekomme ich mit, wie sich etwas entwickelt, wie engagiert die Menschen sich bemühen – das alles ist äußerst spannend und bereitet mir große Freude.

Auch im Laufe der Jahre wurde mir immer deutlicher, was ich mit dem hinweis erreichen kann. Worum geht es mir? Auf der einen Seite ist mir wichtig, dass die inneren Anliegen der Anthroposophie zur Sprache kommen; Themen wie Schicksal, Karma, Schulungsweg, Reinkarnation etc. – also die esoterische Seite. Und dann braucht es aber auch den ganzen Bogen bis dahin: Was machen die Menschen damit in der Praxis? Wie bringt man das in die Pädagogik? Wie macht man damit Medizin oder Landwirtschaft? Wie geht man auf dieser Grundlage mit Geld um? Und es gibt auch viele Initiativen, in denen sich anthroposophische Ideen mit Impulsen und vor allem der Praxis aus anderen Richtungen fruchtbar und sinnvoll vermischen. Da entsteht sozusagen der Austausch mit der Umwelt, sei es bei politischen Themen, Medizin, Schauspiel, Kunst etc.

Von den Anzeigenkunden des hinweis weiß ich, dass sie große Ideale verfolgen: Welche Kleidung ist ökologisch und sozial verträglich hergestellt? Wie geht man mit Baumaterialien so um, dass sich die Elementarwesen darin wohl fühlen? Das geht quer durch alle Bereiche bis hin zur Herstellung von Lebensmitteln, dem Behandeln von Haaren usw. Bis in das Gewerbe hinein drücken sich inhaltliche Ideen aus.

Es ist mein Anliegen, dass diese innere Seite der Anthroposophie mit der äußeren Lebenspraxis und auch mit dem anderen Umfeld ins Gespräch und in einen Austausch kommt.

Es ist wie ein Atmen: Man geht nach innen, dann wieder hinaus und verbindet sich mit der Außenwelt. Das ist wichtig, und ohne das geht es nicht.

Immer wieder werde ich gefragt: Machst du den hinweis alleine? Dann sage ich: ja und nein. Was das „Nein“ anbelangt, möchte ich mich bei allen LeserInnen bedanken. Sie alle machen beim hinweis mit. Ich brauche im Mittelweg nur auf die Straße zu gehen, dann kommt jemand auf mich zu und sagt: Kennst du den oder den? Mache doch mal mit diesem ein Interview! Oder ich gehe in die Buchhandlung für Anthroposophie und jemand macht mich aufmerksam: Das wäre doch interessant für den hinweis. Alle geben Ideen, regen an, machen mit. Vielen Dank für dieses Engagement.

Auch danke ich den vielen InterviewpartnerInnen, die immer substantiell ihre Arbeit im hinweis darstellen, sich wunderbar vorbereiten und problemlos kommunizieren. Es ist immer wieder eine Freude mitzuerleben, wie viel bedeutende Inhalte von den Menschen bewegt werden.

Und natürlich vielen Dank an die Einrichtungen. Ohne diese großartige Kulturarbeit, die in den Einrichtungen geleistet wird, die sich dann in den Terminen manifestiert, wäre ein hinweis gar nicht möglich. Ob das Sommerfeste sind oder Theateraufführungen – alles hat immer eine große Lebendigkeit und ist liebevoll geplant und durchgeführt. Ich bewundere die Mitarbeiter, die mit enorm viel Arbeit, Zeit, Lebenskraft und Herzblut die Einrichtungen voranbringen.

Und last but not least richtet sich mein Dank an die Treuhandstelle. Sie ist der Herausgeber des hinweis, und sie hat immer den institutionellen Rahmen gegeben. Ohne dieses Netz und den doppelten Boden, ohne die finanzielle Unterstützung und die Logistik im Haus wäre diese Arbeit nie möglich gewesen.

Insofern wünsche ich uns allen, dass es so weiter geht mit dem Hamburger Kulturleben.“

Rückblick auf das anthroposophische Kulturleben in Hamburg von Tille Barkhoff, Eurythmistin und Kulturschaffende

Seit Ende der siebziger Jahre, als ich nach Hamburg kam, um dort später auch Eurythmie zu studieren, bin ich mit dem anthroposophischen Kulturleben in Hamburg verbunden. Dieser Rückblick ist daher ich auch von einer persönlichen Sicht geprägt und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Meine erste Begegnung mit dieser Szene war damals ein Besuch im Rudolf Steiner Haus, denn ich wollte ein Seminar über „okkulte Physiologie“ besuchen. Das Foyer war ein wenig düster, der Boden mit ausgebesserten Linoleum-Fliesen belegt und ganz hinten saßen ältere Herrschaften, die, als sie mich bemerkten, riefen: „Ach – die Jugend kommt ins Haus.“ Als ich sie dann fragte, wo der Kurs stattfinden würde, bekam ich die Antwort: „Der findet schon lange nicht mehr statt, das steht nur noch im Programm….“. Das alles war für mich damals irritierend.

Seitdem hat sich doch einiges geändert! Auch durch den „hinweis“!

Wann hat die anthroposophische Kulturarbeit in Hamburg denn begonnen? Bei meinen Recherchen kam ich auf ein besonderes Jahr: 1922. Der Gründungslehrer Max Kändler hat die Waldorfschule, die jetzt die Rudolf Steiner Schule Wandsbek ist, gegründet, und zwar, ähnlich wie in Stuttgart, auf Anfrage eines Fabrikanten, Hans Pohlmann, der Baumaterialien herstellte. Mit ihm kam auch seine Tochter Ilse Kändler, später Ilse Rolofs, als erste Eurythmie-Lehrerin, die dann eine der ersten Heileurythmistinnen wurde. Und im gleichen Jahr zelebrierte Tom Kändler, seinen Sohn, die erste Menschenweihehandlung in der Stadt.

Noch davor wurde 1919 ein erstes Haus für die anthroposophische Arbeit angemietet, am Holzdamm 34. Dort war u.a. der Geiger Louis Werbeck mit seiner Frau Walborg Svärdström tätig. Später wurde das Haus, wo heute die Kammerspiele in die Hartungstraße sind, zum Sitz der Anthroposophischen Gesellschaft und wurde später von den Nationalsozialisten enteignet. Nach dem Krieg griffen dann Dr. Paula Dietrich, Dr. Hans Börnsen und Dr. Julius Solti u.a. die anthroposophische Arbeit im Rudolf Steiner Haus am Mittelweg wieder auf. Genauso wurden dann weitere Waldorfschulen gegründet und Ende der sechziger und siebziger Jahre kam der große Gründungsboom der anthroposophischen Einrichtungen, deren Architektur man manchmal heute noch den „Charme der 70ger“ ansehen kann.

Ich kam zu dieser Zeit aus Bochum, wo alles Anthroposophische recht locker gehandhabt wurde, nach Hamburg und wollte „mitmachen“. Aber das war im Steiner Haus nicht erwünscht, sondern „zuhören, vertiefen und im richtigen Moment seine rosa Karte zeigen“ (= Mitgliedsausweis der Anthroposophischen Gesellschaft).

Da mein Erfahrungshorizont bezüglich des anthroposophischen Kulturleben in Hamburg vor allem mit dem Rudolf Steiner Haus verbunden ist, möchte ich etwas ausführlicher darüber berichten.

Während dieses Gründungsbooms wurde dort die Eurythmieschule Hamburg eröffnet, und es kamen plötzlich immer mehr junge Menschen ins Haus! Und die waren nicht zufrieden mit dem, was im Haus lebte. Sie wollten etwas verändern, mitgestalten. Da das aber nicht möglich war, zersägten einige in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ dann wenigstens den Tresen im Rudolf Steiner Haus, um dafür zu sorgen, dass wenigstens irgendetwas anders wurde.

Das nenne ich eine erste Wende des Kulturlebens in diesem Haus: ein Generationswechsel, der genauso auch in vielen anderen älteren anthroposophischen Einrichtungen stattgefunden hat, als es galt die Gründerpersönlichkeiten abzulösen. Aus der Menschengruppe, die mit der Eurythmieschule verbunden waren, wurde der große Jugendkongress im CCH abgehalten, es gab die „Tage der neuen Musik“, es wurde eine Eurythmiebühne, eine Orchesterakademie und ein Musikseminar gegründet. Das Rudolf Steiner Haus war der Inkubator für ein reges kultureller Leben und auch später noch für viele andere Initiativen.

Dann kam die zweite Krise, in der die Finanzen das Problem wurden. Das Steiner Haus musste renoviert werden, und die Kosten konnten nicht gedeckt werden, so dass das Haus kurz vor dem Verkauf stand. Wieder hatte sich etwas festgefahren. Jetzt war es Zeit, das Haus für die ganze Stadt zu öffnen durch Fremdvermietung und eigene Veranstaltungen zu interessanten Zeitthemen. Ich habe damals die Kulturinitiative „Zeitzeichen“ betreut, die sich fragte: Was ist überhaupt anthroposophische Kulturarbeit? Wir wussten es nicht und haben einfach eingeladen zu den Themen, die uns interessierten. Eine dieser Veranstaltungen ist mir besonders in Erinnerung, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Chemtrails“. Das Haus war voll, und auch mal wieder die Kassen. Aber es kamen auch wirklich andere Leute. Die Redner dieses Events wollten nachts einfach nicht mehr gehen! „Wir diskutieren immer bis morgens durch“. Wir mussten sie dann leider irgendwann rausschmeißen. Und als ich im Namen des Steiner Hauses im Hamburger Rathaus war, wurde ich begrüßt mit „ Da sind Sie ja endlich…“

Tille Barkhoff
Tille Barkhoff

Die Öffnung und der Austausch nach außen brachten einen neuen Wind. Auch in anderen anthroposophischen Einrichtungen gab es ähnliche Prozesse. Die Waldorfschulen übernahmen „fremde pädagogische Methoden“ und wiederum staatliche Kindergärten das Waldorf-Holzspielzeug etc. Im Steiner Haus sind jetzt „Mehr Demokratie“, „Abgeordnetenwatch“ und noch andere Initiativen.

Ich bin überzeugt, dass sich diese Vernetzung in die Stadt noch weiter entwickeln wird und dies nur bereichert und sogar die Vertiefung in die eigene Essenz, d.h. den Kern der Anthroposophie erst wieder anregt, durch echte, lebendige Fragen.

Zuletzt möchte ich einfach nur aufzählen, wie viele anthroposophische Einrichtungen es, laut „hinweis“ im Hamburger Umfeld gibt:

15 Waldorfschulen: Alleine dort findet ein enormes Kulturleben statt, wenn man die Klassenspiele, Konzerte und andere Aufführungen ansieht. Ihr ernsthafter Umgang mit Kunst trägt sicher dazu bei,    Hamburger Konzertsäle und Museen zu füllen. Als ich einmal in einer Theaterklasse der Hamburger Hochschule für Musik und Theater hospitierte, war ich erstaunt, wie viele der Studierenden Waldorfschüler waren.

35 Kindergärten, in denen große Aufmerksamkeit auf die Sinnespflege gelegt wird. Auch das würde ich Kulturarbeit nennen.

26 heilpädagogische Einrichtungen: Diese Arbeit selber ist ein Indiz für Kultur, denn sie stellt den Menschen, wie immer er auch sein mag, in den Mittelpunkt.

22 Demeter-Höfe um Hamburg: Kulturoasen, die „Landschaftskultur “ pflegen und daneben auch vielfältige  Kulturarbeit im engeren Sinne durch Hoffeste etc. Daran angeschlossen gibt es viele Betriebe, die auch Kultur-fördernd tätig sind, wie z.B. „Naturkost Nord“, deren Geschäftsführer sich dafür eingesetzt hat, dass Hamburg Bio-Stadt wurde.

Und 8 Gemeinden der Christengemeinschaft, sowie ein Priesterseminar, 11 medizinische Initiativen, 5 Therapeutika und zwei Altersheime. Alle diese Einrichtungen werden wirksam über ihren Dienstleistungsauftrag hinaus.

Es ist großes Netzwerk von Kulturarbeit im weitesten und vielfältigsten Sinne. Und ich wünsche allen darin tätigen Menschen, dass sie weiterhin diese produktive Arbeit leisten können; auch damit der Veranstaltungskalender des „hinweis“ weiterhin gut gefüllt bleibt.

„Worauf weist der „hinweis“ hin? Gedanken zum Kulturleben anthroposophischer Einrichtungen“  Zusammenfassung einer frei gehaltenen Ansprache von Elmar Lampson

Mit einigen Bildern möchte ich mich 30 Jahre zurückversetzen in die Stimmung der Gründungszeit des „hinweis“. Dabei versuche ich etwas einzufangen von dem Thema: Worauf weist der „hinweis“ hin? Was ist denn das mit dem anthroposophischen Kulturleben?

Dreißig Jahre im Rückblick fühlen sich interessanterweise immer viel kürzer an als dreißig Jahre im Vorblick. Für diejenigen, die damals selbst in den dreißiger Jahren waren, ist das ein überschaubarer, wenn auch nicht kurzer Zeitabschnitt. Und wenn man sich in diese Zeit von 1988 zurückversetzt, war das Jahr 2018 unendlich weit weg. Genauso unendlich weit weg, wie es heute das Jahr 2048 ist. Viele von uns werden sich dann in ganz anderen Transformationen befinden. Es ist eine wirklich weit entfernte Zeit, wenn es darum geht, jeden Tag neu zu leben und zu gestalten.

Genauso weit liegt heute das Jahr 1988 zurück, und irgendwie war es doch auch wie gestern. Diese Zeit war ja nicht einfach die Vergangenheit der heutigen Gegenwart, denn ebenso wenig wie heute wir konnten wir damals in die Zukunft schauen. Wie viele Entscheidungen, Zufälle, Schicksalsbedingungen haben zu der Konstellation geführt, in der wir heute leben – versuchen wir uns wirklich konkret in das Jahr 1988 zurückversetzen – das war eine völlig andere Zeit!

Erinnern Sie sich an den 26. April 1986? Es war ein strahlend schöner Frühlingstag, in den dann die Nachricht hereinplatzte, dass es nicht nur die Sonne ist, die strahlt. Viele von uns hatten damals kleine Kinder, und uns alle erfasste ein unglaublicher Schrecken, dass unsere Welt einbrechen kann. Wir fingen an, die Becquerels zu zählen, kauften die Milch in einem speziellen Bioladen, weil wir hofften, dass diese den Kindern nicht schaden würde.

Für den Sommer 1986 hatten wir, eine Gruppe von jungen Menschen, einen großen Jugendkongress geplant. Einige Pfarrer der Christengemeinschaft, vor allem Dan Lerche Petersen, Christopher West und Jussi Tuuri, hatten gemeinsam mit Justus Wittich und einer Gruppe von Jugendlichen eine intensive internationale Jugendarbeit betrieben, die den Boden für diesen Impuls bereitete. Zu dieser Gruppe bin ich schon 1982 dazu gestoßen. Wir hatten damals das Gefühl, vieles, was in den anthroposophischen Zusammenhängen existierte, sei alt. Es gab in dieser Zeit beispielsweise ein riesiges Problem, von dem man heute denkt: Wie kann man sich über so etwas aufregen? Das war die Trennung zwischen der Christengemeinschaft und der anthroposophischen Gesellschaft, die von den damals tonangebenden Anthroposophen aus der vor dem Hintergrund der Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft nachvollziehbaren Sorge, beide Bewegungen könnten sich vermischen, zu einem sehr bestimmenden Thema gemacht worden war. Wir jungen Leute gingen sowohl in die Menschenweihehandlung und waren gleichzeitig zutiefst davon durchdrungen, dass wir so lange meditieren würden, bis wir die vorigen Erdenleben sehen. Es schien uns ganz klar, dass unsere Generation diesen Durchbruch schaffen würde.

Die besagte Jugendarbeit kreiste um das Motiv, dass es drei Wege zu den geistigen Wirklichkeiten gäbe: einen wissenschaftlichen, einen künstlerischen und einen religiösen. Nach meiner Erinnerung war die Stimmung unter uns jungen Leute damals so: Es wird die anthroposophische Kultur auf künstlerischer, religiöser und wissenschaftlicher Ebene durch innere gemeinsame Arbeit einen kulturellen Durchbruch erreichen. Wir würden das schaffen – davon waren wir zutiefst überzeugt.

1982 kamen Jugendliche aus aller Herren Länder angeregt durch diese besagte Jugendarbeit, zusammen und wir hatten das Gefühl: Wir wollen die Jugend der Welt zusammenbringen, um in ihnen diesen Impuls „Kunst, Wissenschaft und Religion“ wachzurufen. Dazu wollten wir Kongresse veranstalten, in denen ein Aufwachen an diesen Themen stattfinden sollte.

Es hatte damals an verschiedenen Orten solche Jugendkongresse stattgefunden, z. B. auf dem Engelberg in Stuttgart und im Goetheanum.

Elmar Lampson
Elmar Lampson

Unsere Kongresse sollten etwas Besonderes sein. Wir fanden es langweilig und abgestanden, Veranstaltungen mit einem von vornherein festgelegten Programm zu planen.

Ein Merkmal unserer Kongresse war es, und das fanden wir damals sehr aufregend, dass es Zeiträume gab, wo das Programm von den Teilnehmern erst gebildet werden sollte. Es war ein lebendiges chaotisches Geschehen voller Enthusiasmus, das von Vorträgen lediglich umrankt wurde. Dieses „freie Forum“ jagte manchem bedeutenden Anthroposophen damals die Schweißperlen auf die Stirn.

Als wir in Hamburg bei der Vorbereitung unseres Kongresses waren, kam mir die Aufgabe zu, in das CCH zu gehen und zu fragen, ob man das mieten könne. Die dort zuständige Dame fragte mich, welchen Raum wir denn mieten wollten. Ich sagte: Alles hier! Die dachten, wir seien verrückt. Einige Tage später sind wir mit der ganzen Chaos-Truppe angerückt und haben dieses Kongresszentrum mit allen Sälen gemietet. Wir planten das Programm, hatten Rednerlisten, haben alle diese Freiräume geschaffen und dachten, dass wir damit die Welt verändern würden. Wir veröffentlichten das Programm – und es hat sich niemand angemeldet.

Es gehört zu den wirklich dramatischen Erinnerungen in meinem Leben, dass wir jeden Tag, wenn wir nach den Anmeldungen schauten, sahen: An einem Tag waren es nur 14, dann wieder 10 und dann wieder 3 Anmeldungen, aber dann auch wieder 5 Absagen. Es tat sich nichts.

Die makabre Pointe an dieser Entwicklung war es, dass dann dieses furchtbare Unglück in Tschernobyl kam, was uns zutiefst erschüttert hatte, und fast mit dem Tag danach kehrte sich die Dynamik um: Die Zusagen flogen zu hunderten in unser Büro, so dass dieser Kongress nachher wirklich ausverkauft war. Ich glaube, es waren 2.500 Menschen, und der große Kongresssaal war knallvoll. Es war eine vibrierende Veranstaltung mit Vorträgen, Seminaren, Ausstellungen, Konzerten, Eurythmieaufführungen und vielen Freiräumen für Initiativen. Ich erinnere, dass wir abends immer das Geld in Salatschüsseln, in Scheinen und Münzen, zur Bank gebracht hatten. Wir haben sogar einen Überschuss gemacht, mit dem wir nach dem Kongress verschiedene Initiativen unterstützen konnten.

Warum erzähle ich das so ausführlich? Ich möchte etwas von dieser dichten Stimmung einfangen, die wir damals hatten: Es waren noch 14 Jahre bis zur Jahrtausendwende, und es wird einen Durchbruch anthroposophischer Ideen geben und Kernthemen der Anthroposophie werden die Kultur verändern, davon waren wir überzeugt! Es sind damals viele Initiativen entstanden, und das Leben ist weitergegangen.

Wenn ich jetzt in die Gegenwart schaue, ist meine Stimmung nicht die eines Romantikers, der die Vergangenheit glorifiziert und in der Gegenwart nur einen öden Friedhofsgarten sieht, wie etwa der junge Wilhelm Heinrich Wackenroder in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts.

Meine Vorrednerin Tille Barkhoff hatte alle anthroposophischen Einrichtungen aufgezählt, die es alleine nur in Hamburg gibt. Wenn man sich das als Bild vor Augen führt, hat man viele oft kleine Einrichtungen vor sich, aber auch große, wie die Waldorfschulen. Und wenn man darauf schaut, was diese Einrichtungen machen, sind sie wie öffentliche Personen, denn keine dieser Einrichtung lebt abgeschlossen für sich, sondern sie hat es als Schule, Kindergarten, Arztpraxis oder Bauernhof immer mit dem ganz realen Leben der Patienten, Eltern, Kinder oder Kunden zu tun. Ich brauche nicht auszuführen, wie groß dieses Netzwerk von Menschen aller Lebensschichten ist und wie viele Schicksale des gegenwärtigen öffentlichen Lebens mit diesen Einrichtungen verbunden sind. Und immer haben diese Einrichtungen die Frage: Wie geht es weiter? Wie leben wir unseren Impuls? Wie ist unser Verhältnis zu Rudolf Steiner? Zum Glück wird man mit diesen Fragen immer gelassener, freilassender, großzügiger und weitsichtiger und hat das Vertrauen, dass jeder seinen Zugang findet, sich irgendwie in das Gewebe einfügt und das beiträgt, was er will und kann.

Zu dem Gefühl von 1986 „es wird der große Durchbruch“, kann ich heute nur sagen: Wie gut, dass alles in der Schwebe geblieben ist und sich nicht verfestigt hat.

Stattdessen gibt es ein äußerst vielfältiges Leben mit der Anthroposophie, völlig frei und dezentral, so wie die jeweiligen Menschen es wollen und wie sie es für ihr Leben richtig finden. Dieses von der Anthroposophie inspirierte Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer gegenwärtigen Kultur geworden. Wir aus der damaligen Aufbruchszeit sind dann die verschiedensten Lebenswege gegangen, mit unseren Zukunftshoffnungen im Herzen. Als besondere Momente erlebe ich es immer, wenn eine größere Zahl von Menschen aus der damaligen Zeit ungeplant wieder zusammenkommt, zu einem Jubiläum oder wie vor einigen Jahren beim Totengedenken für meinen Bruder oder wie heute anlässlich des 30. Geburtstags des „hinweis“ – ich habe dann immer das Gefühl, dass es einen Zusammenhalt gibt.

Zur Besonderheit anthroposophischer Einrichtungen gehört es, dass immer über das jeweilige Spezialgebiet, über die unmittelbare Aufgabe, um die es jeweils geht, hinausgedacht und die Frage nach der Kultur gestellt wird. Jede anthroposophische Einrichtung ist immer darum bemüht, auch Kulturbeiträge zu schaffen.

Wenn jemand in einer Schule oder in einem Kindergarten arbeitet, dann ruft die Pädagogik irgendwann nach der Kunst. Wenn ich wiederum in der Kunst bin, dann ruft diese irgendwann nach einer Reflektion, nach phänomenologischen Gedankenbewegungen. Und die Reflexionen und Gedankenbewegungen verlangen nach einiger Zeit wiederum danach zu schweigen, zu hören, zu sehen – es ruft wieder nach der Kunst; und alles ist durchwoben von existentiellen Fragen nach dem Wesen des Menschen. Es ist ein Kulturleben, das nicht inszeniert ist, sondern als ein lebendiger Prozess aus inneren Fragestellungen immer wieder neu entsteht.
Es ist ein großes Glück, dass es den „hinweis“ gibt, und es ist meine Hoffnung, dass das Kulturleben, auf das er hinweist, in seiner Vielfalt und Beweglichkeit immer weiter wächst und immer stärker wird und dass der „hinweis“ auch in den kommenden 30 Jahren darauf aufmerksam machen wird, damit viele Menschen ein Kulturleben kennenlernen können, in dem sich Wissenschaft, Kunst und Religion sich wechselseitig befragen, anregen und durchdringen.

Prof. Elmar Lampson ist Komponist und Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Wie geht es in die Zukunft weiter? Wer soll über die Zukunft sprechen, wenn nicht junge Leute? Die Oberstufenlehrer Mona Doosry und Herr Chors aus der Rudolf Steiner Schule Wandsbek willigte in dieses Vorhaben ein und Herr Chors bereitete mit einer Oberstufenklasse im Sozialkundeunterricht das Thema vor:

„Was wünschen wir uns von einer zukünftigen Gesellschaft?“

Die drei Schülerinnen und Schüler aus der 11. Klasse hielten dann eine kleine Ansprache zu den Bereichen Bildung, Politik und Religion, Umwelt, die hier in Stichworten zusammengefasst ist.

Anna zum Thema „Bildung“:

Ich bin mit meiner eigenen Schulbildung im Großen und Ganzen recht zufrieden, aber wenn ich über den Tellerrand hinwegschaue, sehe ich in anderen Bereichen sehr viel Unzufriedenheit.

In einigen Ländern der Welt ist kaum oder nur wenig Bildung möglich; es sollten dort Möglichkeiten geschaffen werden, dass sich alle weiterentwickeln können. Es sollten alle Menschen auf der Welt das Recht und die Möglichkeit zur Bildung haben. Unsere Schule hat beispielsweise eine Partnerschule in Tansania, das ist ein guter Ansatz.

Dabei sollte die Bildung vielfältig und individuell sein. Durch Benotungen wird man gleich geschaltet. Es könnte sein, dass man es durch eine schlechte Abschlussnote dann nicht schafft, auf die Uni zu gehen oder einen beruflichen Traum zu verwirklichen. Derjenige sollte noch andere Wege aufgezeigt bekommen, wie er dann sein Ziel erreichen kann. Generell sollten Noten und der Bildungsgrad nicht den Wert eines Menschen in der Gesellschaft bestimmen, da jedes Individuum viel mehr als nur eineschwarze Zahl in einem Zeugnis ist.

Beim Unterricht selbst wäre es mir wichtig, dass nicht nur Frontalunterricht gemacht wird, sondern dass die Schüler selbst die Initiative ergreifen können, beispielsweise sich um Projekte kümmern, in Gruppen lernen. Oder: wenn man eine Frage rückwärts liest, können ganz neue Ideen entstehen. Es sollte vielfältiges Denken angeregt werden und nicht: Es gibt eine einzige Antwort und nur einen richtigen Weg, um etwas zu lösen.

Neulich habe ich einen Artikel über eine Langzeitstudie gelesen: Im Kindergarten sollten die Kinder aufzählen, was sie alles mit einer Büroklammer machen können, z. B. einen Angelhaken und vieles mehr. Nach 10 Jahren hatten die Kinder dann wesentlich weniger Ideen, und nach noch weiteren Jahren fiel den Teilnehmern dann gar nichts mehr ein. Ich finde es traurig, dass die Kreativität abebbt, weil man in der Schule genormt wird. Es sollte vermehrt das vielfältige Denken angeregt werden, um neuen Ideen und Visionen Raum zu geben.

Viele Schulen haben zwar schon praktischen Unterricht, aber es sollte noch mehr gezeigt werden, wofür man etwas lernt. Wo genau im Alltag kann ich beispielsweise diese Matheformel anwenden?

Die Schule sollte ein Ort sein, wo einem das ganze Weltgeschehen nahegebracht wird.

Schüler der 11. Klasse
Schüler der 11. Klasse

Jonathan zu dem Thema „Religion und Politik“:

Wir haben im Unterricht das Grundgesetz angeschaut, auch die Grundgesetze aus anderen Ländern.

Mir ist dann deutlich geworden, obwohl wir ein optimales Staatssystem haben, welche Undinge immer noch passieren. Ein Beispiel, was mir in letzter Zeit auffiel: Die Behörden können dem Ansturm der Flüchtlinge kaum noch stand halten und bitten um Hilfe bei der Regierung, diese reagiert jedoch nicht. Jetzt kam es zu einem Vorfall bei dem Bamf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) in Bremen, dort konnte man die Situation nicht mehr überblicken. Jetzt wettert die Regierung gegen die Behörden, obwohl diese auf Hilfe angewiesen waren, jedoch hatte die Regierung sich nicht gekümmert. Für mich haben sich dann etliche Fragen ergeben, z. B. „Was haben Religion und Politik miteinander zu tun?“ Es gibt immer wieder Momente, in denen sich diese beiden großen Faktoren einer Gesellschaft aneinander reiben. Man ist geneigt, bei Konflikten immer auf die Religion zu schauen, aber was wäre denn die neutrale und rein menschliche Perspektive? Ein neutraler Blick kann nur entstehen, wenn jeder einzelne Mensch andere Menschen so betrachtet, dass er es aus reinem Menschenverstand tut, d.h. ein Mensch erlangt erst einen neutralen Blick, wenn er sich nicht mehr von Religion blenden lässt und reine Menschlichkeit wirken lässt.

Ich wünsche mir von der Zukunft, dass sich die Politik nicht mehr so auf das Religiöse verhärtet, ausgenommen von wichtigen Fällen wie z. B. die Burka. Das ganze Grundgesetz baut auf das Menschliche auf und nicht auf das Religiöse.

Ich würde mir wünschen, dass sich unsere Demokratie noch mehr zu einer direkten Demokratie entwickelt. Man wählt die politischen Vertreter, aber bei kleinen Entscheidungen könnte man die Bevölkerung mehr miteinbeziehen. z. B. gab es in der Schweiz eine Abstimmung, ob man die Rundfunkgebühren abschaffen sollte.

Wenn man mehr Abstimmungen in dieser Art in Deutschland einführte, würde sich in der Politik mehr bewegen. Wir haben seit sehr vielen Jahren wenige große Parteien im Bundestag – und von daher bewegt sich nicht viel. Wie sähe es aus, wenn wir viel mehr Parteien im Bundestag hätten und dann richtig debattiert würde? Käme es dann zu einer lebendigen Veränderung? Man muss sich mal was trauen.

Ich fand früher Politik langweilig und trocken, aber durch den Unterricht kam ich zu der Frage: Wo stehe ich? Welcher Typ von Mensch bin ich? Womit kann ich mich identifizieren? Was möchte ich auf politischer Ebene vertreten? Wenn so das eigene Denken in der Schule angeregt wird, werden sich die Menschen mehr damit beschäftigen, mehr Informationen haben und zu eigenen Urteilen kommen.

Sarah zum Aspekt „Natur“ und auch zu Fragen des sozialen Umgangs:

Mein Wunsch für die Zukunft wäre, dass wir in einer sozial gerechteren Welt leben könnten. Und es soll auch eine Welt sein, in der die Menschen noch in 100 Jahren leben können. Das setzt voraus, dass wir mit Achtung und Respekt mit der Erde umgehen, dass wir ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit haben. Es wäre schön, wenn wieder alle Dankbarkeit darüber empfinden, auf welch wunderbarem Planeten wir leben dürfen.

Man muss dazu den Kindern schon von klein auf das Umweltbewusstsein mitgeben: z. B. ein nachhaltiges Leben führen, mit den Ressourcen nachhaltig umgehen. Man selbst kann aktiv werden, indem man sich Kleidung aus ökologischem Anbau und fairem Handel kauft, entsprechende

Nahrungsmittel auswählt etc. Aber auch die Politik muss aktiv werden, indem sie Klimaziele einhält, die Gesetze gegen Plastikverbot in Kraft setzt und die Umweltschutzmaßnahmen verstärkt; am besten sollte das überall auf der Welt geschehen.

Dabei muss auch das Menschlich-soziale berücksichtigt werden: Andere Menschen in anderen Ländern müssen unter unmenschlichen Bedingungen schuften, damit wir hier einen wohlhabenden Lebensstil führen können. Diese Ausbeutung soll aufhören.

Auch muss die Schere zwischen Arm und Reich geschlossen werden; man muss aufhören, Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen; Menschen wie Gandhi sollten wieder populär werden und nicht solche Musikgruppen, die bestimmte Volksgruppen verhetzen und frauenfeindlich sind.

Der Missbrauch an Kindern, Frauen und auch Männern durch Mitmenschen und auch auf politischer Ebene soll aufhören. Probleme wie Hunger und Trinkwassermangel müssen bekämpft werden; an manchen Orten werden Berge von Nahrungsmitteln weggeworfen während anderswo die Menschen verhungern.

Wenn eine Gesellschaft solche Ideale erreicht, würde ich sehr gerne darin leben.