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Das Wesen des Bösen und die Kraft des geistigen Willens Teil II Hannah Arendt und Rudolf Steiner

Teil II Rudolf Steiner (1861-1925)

Artikel von Prof. Dr. med. Peter Selg

Foto: Charlotte Fischer

Rudolf Steiner und Hannah Arendt dachten in einem Abstand von einem knappen halben Jahrhundert intensiv über das Böse und den menschlichen Willen nach. Ihre Voraussetzungen und Erkenntniswege waren bekanntlich sehr verschieden; verschieden war auch dasjenige, was ihnen zeitgenössische Erfahrung wurde. Dennoch sind Konvergenzen in der Gewichtung der Themen und in der inhaltlichen Diktion unübersehbar.

Rudolf Steiner erlebte das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts noch intensiv mit, den naturwissenschaftlichen Siegeszug, seine Euphorie und Utopie, die Herrschaftsgestalt des Materialismus sowie den europäischen Imperialismus, Kapitalismus und Kolonialismus.

Den Grundstein des Goetheanum als einer „Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ legte Rudolf Steiner als einen bewussten Gegenakzent – von hier aus sollten Initativen zur gesellschaftlichen Neugestaltung in verschiedenen Lebensfeldern ausgehen, in spiritueller und sozialer Orientierung. Bei der Grundsteinlegung sprach Rudolf Steiner von dem „Sehnsuchtsschrei nach dem Geiste“ in der Sackgasse der zeitgenössischen Entwicklung, vom Verlust des Menschenbildes und der Sinnorientierung – und wies auf die absolute Bedeutung von initiativen Neuanfängen hin. ¹

„Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts

Steiner musste den Bau jedoch inmitten des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918, der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, aufrichten und wurde in den nachfolgenden Jahren Zeuge des weiter anwachsenden Antisemitismus und Rassismus, der politisch-sozialen Radikalisierung und Chaotisierung der frühen Weimarer Republik, dem dramatischen Aufstieg des Nationalsozialismus als rechtsextremer Gewaltbewegung und vieler Morde. ² Dennoch setzte er sich bis zu seinem Tod am 30. März 1925 für das Wirksamwerden der Anthroposophie, auch in Gestalt der sozialen Dreigliederung ein, entgegen unzähligen Widerständen.

der Umgang mit dem „Problem des Bösen“ als die zentrale Herausforderung des 20. Jahrhunderts

Bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eröffnete Steiner anthroposophische Perspektiven für ein Verständnis der Wirksamkeit des Bösen, dessen geistige Dynamik und Zielsetzung, Qualität und zunehmende Intensität er in zahlreichen Beschreibungen aufzuhellen suchte  ³– nicht nur in Vorträgen, sondern auch in künstlerischer Gestaltung und damit Sichtbarmachung, in Dramen, Zeichnungen und Plastiken. Am 3. November 1917 – in einem „Epochenjahr“ der Weltgeschichte⁴ – sprach er davon, dass der Umgang mit dem „Problem des Bösen“ die zentrale Herausforderung des 20. Jahrhunderts sein werde, ein Problem, das epochal „gelöst“ werden müsse, und sagte dabei unter anderem: „Wir […] haben zu lösen im weitesten Umfange lebenskräftig dasjenige Gebiet, was man nennen kann das Problem des Bösen. Das bitte ich Sie durchdringend ins Auge zu fassen. Das Böse, das in allen möglichen verschiedenen Formen herantreten wird an den Menschen […], so herantreten wird, dass er wissenschaftlich wird zu lösen haben die Natur, das Wesen des Bösen, dass er wird zurechtzukommen haben in seinem Lieben und Hassen mit alledem, was aus dem Bösen stammt, dass er wird zu kämpfen, zu ringen haben mit den Widerständen des Bösen gegen die Willensimpulse […].“ ⁵ Steiner skizzierte über Jahre das Wirken der destruktiven Kräfte im einzelnen Menschen, aber auch im sozialen Leben, darunter in Politik und Ökonomie. In das Zentrum des Goetheanum-Baues und seiner Hochschule wollte er eine Monumentalplastik um den „Menschheitsrepräsentanten“ zwischen den Mächten des Bösen stellen. Im Goetheanum sollten sich Menschen treffen, die im Wissen um die Gefährdung der Zivilisation und um dabei wirksamen Mächte und Interessen gewillt waren, gemeinsam neuen, aufbauenden Impulsen in verschiedenen Gebieten zum Durchbruch zu verhelfen. Für die Hochschule entwickelte er einen internen Schulungslehrgang der in ihr und für sie aktiven Menschen, in dem die Auseinandersetzung mit deformierenden Kräften im eigenen Sein eine zentrale Rolle spielt. ⁶ «Die abendländische Kultur und die Entwicklung der Menschheit wird ein frühzeitiges Ende finden, wenn die Menschen sich nicht entschließen sie zu retten …“⁷

eine vom Ich vollzogenen Einsicht in das Richtige, Notwendige und Weiterführende

Dabei stellte Steiner alles auf eine individuelle Verantwortungsethik, auf der Erwachen der Individualitäten und ihren Zusammenschluss in Freiheit – anstelle gesellschaftlicher Moralkataloge, nationaler „Identitäten“ und anderem. Er warnte bereits in seinem Frühwerk wiederkehrend vor der Gefahr der Unmenschlichkeit aller normierenden Systeme und aller Anthropologien, die dem Menschen die Fähigkeit absprechen, individuell, auf der Basis individueller Urteilsvorgänge, zu einem weltgerechten Handeln kommen zu können. Er setzte auf die Möglichkeit einer individuellen Situations-Erkenntnis bzw. auf die Intuitionsfähigkeit des Menschen und seine moralische Phantasie. Ihm zufolge ist nur die individuell und frei, die einer wirklichen Intuition entspringt, einer vom Ich vollzogenen Einsicht in das Richtige, Notwendige und Weiterführende und die in einer gegebenen Situation entstammt.

nicht nur äußere, sondern auch innere Hindernisse der menschlichen Freiheitsbefähigung

Steiner postulierte jedoch nicht nur das Vorhandensein dieser Fähigkeiten, sondern stellte überzeugend dar, wie sie entwickelt und in Anschlag gebracht werden können. Er wusste sehr wohl, dass es nicht nur äußere, sondern auch innere Hindernisse der menschlichen Freiheitsbefähigung gibt – und keinesfalls jede vermeintlich „freie“ Tat des Menschen eine solche ist. In seiner „Philosophie der Freiheit“ führte er u.a. aus:

Der tierische Trieb, der zum Verbrechen treibt, gehört nicht zum Individuellen des Menschen, sondern zum Allgemeinsten in ihm, zu dem, was bei allen Individuen in gleichem Maße geltend ist. Das Individuelle in mir ist nicht mein Organismus mit seinen Trieben und Gefühlen, sondern das ist die einige Ideenwelt, die in diesem Organismus aufleuchtet. Meine Triebe, Instinkte, Leidenschaften begründen nichts weiter in mir, als dass ich zur allgemeinen Gattung Mensch gehöre; der Umstand, dass sich ein Ideelles in diesen Trieben, Leidenschaften und Gefühlen auf eine besondere Art auslebt, begründet meine Individualität. Durch meine Instinkte, Triebe bin ich ein Mensch, von denen zwölf ein Dutzend machen; durch die besondere Form der Idee, durch die ich mich innerhalb des Dutzend als Ich bezeichne, bin ich Individuum. Nach der Verschiedenheit meiner tierischen Natur könnte mich nur ein mir fremdes Wesen von andern unterscheiden; durch mein Denken, das heißt durch das tätige Erfassen dessen, was sich als Ideelles in meinem Organismus auslebt, unterscheide ich mich selbst von andern. Man kann also von der Handlung des Verbrechers gar nicht sagen, dass sie aus der Idee hervorgeht. Ja, das ist gerade das Charakteristische der Verbrecherhandlungen, dass sie aus den außerideellen Elementen des Menschen sich herleiten. Eine Handlung, deren Grund in dem ideellen Teil meines individuellen Wesens liegt, ist frei, jede andere, gleichgültig, ob sie aus dem Zwange der Natur oder aus der Nötigung einer sittlichen Norm vollzogen wird, ist unfrei. ⁸

Der Mensch ist von innen und außen in vielfältiger Weise eingeengt; dennoch lehrte Rudolf Steiner, dass Individualität möglich ist, jenseits allgemein bestimmender Kräfte und Faktoren, und dass sie nicht von der Aura der einsamen Willkür gekennzeichnet ist, sondern von etwas Menschlich-Verbindendem. „Die Ideenwelt, die in mir tätig ist“, so schrieb Rudolf Steiner in seiner „Philosophie der Freiheit“, „[ist] keine andere […] als die in meinen Mitmenschen“. „Der Unterschied zwischen mir und meinen Mitmenschen liegt durchaus nicht darin, dass wir in zwei ganz verschiedenen Geisteswelten leben, sondern dass er aus der uns gemeinsamen Ideenwelt andere Intuitionen empfängt als ich. Nur weil die menschlichen Individuen eines Geistes sind, können sie sich auch nebeneinander ausleben. Der Freie lebt in dem Vertrauen darauf, dass der andere Freie mit ihm einer geistigen Welt angehört und sich in seinen Intentionen mit ihm begegnen wird.“ ⁹ Steiner vertraute auf eine mögliche „Welt-Gesellschaft“ des Menschen, weil die Menschen nicht nur einer gemeinsamen Erdenwelt, sondern einer verbindenden Welt des Geistes angehören. Und er betonte im Hinblick auf die Freiheitsfrage die Bedeutung des menschlichen Willens; durch ihn, durch den eigenen Antrieb, wird die Freiheit real.

der sich selbst denkende, sich zu seinem eigenen Gegenstand machende und daher selbst wollende Wille,

… so schrieb Hegel in seiner „Philosophie des Rechtes“, entwickle sich aus dem „bloßen natürlichen Wilen“ und aus der Möglichkeit des Menschen, seine Triebe zu erkennen und zueinander in ein Verhältnis zu bringen. Der Mensch hat in diesem Sinne „Wahlfreiheit“. Er hat die Möglichkeit, aber steht auch vor der Notwendigkeit, sich selbst eine Verbindlichkeit zu geben, ein „neues Gesetz“, das die Eindeutigkeit der Naturbestimmung hinter sich lässt – zugunsten einer neuen Situations-, Aufgaben- und letztlich Wesens-Bestimmung. „Frei ist der Mensch“, so unterstrich Steiner, „insofern er in jedem Augenblick seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist.“ Und weiter: „Der bloße Pflichtbegriff schließt die Freiheit aus, weil er das Individuelle nicht anerkennen will, sondern Unterwerfung des letzterrn unter eine allgemeine Norm fordert.“ ¹⁰

ein Leben in der Liebe zum verantwortlichen Handeln

Rudolf Steiner setzte sich für ein Leben in der Liebe zum verantwortlichen Handeln ein, für eine biographische Daseinsentfaltung in der Mit- und Umwelt, in der der Einzelne auf Situationen antwortet, in die er sich gestellt sieht, auf Situationen, die er wesentlich als mitmenschliche und zwischenmenschliche, als verantwortlich soziale erfährt. Freiheit, so verstanden, ist das Gegenteil subjektiver Willkür und gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit, sondern entsteht an und für das soziale oder gemeinschaftliche Leben, für das Leben in einer gemeinsamen Welt. Das „Vertrauen in die Kraft des Wahren“ bestimmte Steiners Wirken und dies bereits „im tiefsten Innern des Gedankenlebens selbst.“ ¹¹ Aus der Sicherheit im Gedanklich-Ideellen und im Vertrauen auf seine Wahrheitskraft kann der Mut zur Verwirklichung des als richtig Erkannten entstehen. So lebte und arbeitete Rudolf Steiner. „Großer philosophischer Moment während des Vortrags vom 27. August 1913: Ich sah einen Augenblick lang den Menschen (Steiner) als reinen, bewussten Willen, sich allein durch ein ungeheures göttliches Vorwärts-Wollen im Leben und als solches Leben behauptend», schrieb ein Hörer und Student der Anthroposophie, der Lyriker Christian Morgenstern. ¹²

Für die Gestaltung der menschlichen Zukunft baute Rudolf Steiner wesentlich auf den bewussten menschlichen Willen und seine Qualität. „Das Ich ist eigentlich […] ganz und gar willensartiger Natur.“¹³

In seinen bewusst ausgeführten Willenshandlungen ist der Mensch mit seiner Individualität präsent, er erwacht in ihnen geradezu zu sich,

… wird seiner selbst gewahr, erkennt sich in seinen Taten (und wird in seinen Taten erkannt). In vielen seiner menschenkundlichen Vorträge führte Steiner aus, dass die Willensbewegung mit dem Inkarnationsvorgang des Menschen auf Erden wesentlich verbunden ist. Willentlich betritt er sie und macht sie sich mehr und mehr zu eigen. In eins damit vollzieht sich seine eigentliche Ichwerdung und Individualisierung – als ein handelndes und in die selbstverantwortete Zukunft gehendes, schicksalsbildendes Wesen. Im Willen ist er mehr Schöpfer als Geschöpf, er kann an der Weltgestaltung teilnehmen. „Den Menschen macht sein Wille groß und klein.» (Schiller¹⁴ )

Im Willensvollzug aber ist der Mensch gefährdet und zahlreichen Versuchungen erliegen, der eitlen Selbstsucht oder dem Drang nach Herrschaft, nach Dominanz und Kontrolle, nach absoluter Sicherheit – aber auch dem Drang nach Zerstörung um ihrer selbst willen. «Einzig und allein können wir davon sprechen, dass wir uns einem freien Willen in dem Maße nähern, als es uns gelungen ist, Herr zu werden über die Einflüsse Luzifers und Ahrimans“, sagte Steiner ¹⁵ – und er hätte an dieser Stelle noch weitere Dimensionen negativer, ja dem Nichts verschriebener „Einflüsse“ und Einflussmächte hinzufügen können, die er in verschiedenen seiner Vorträge detailliert beschrieb, Mächte, die nicht nur die Seele des Menschen verführen, sondern sein Ich-Bewusstsein oder gar sein wahres Ich auszulöschen suchen  („in unserem Zeitalter werden nach und nach noch andere geistige Wesenheiten hemmend den vorwärtsschreitenden in den Weg treten …“ ¹⁶). Der Wille kann sich zum Bösen wenden – und er hat bereits in sich mit Destruktionen zu tun, da er sich physiologisch über innerleibliche Abbau- bzw. Verbrennungsprozesse verwirklichen muss. Nimmt er die Richtung zum Guten, zur aufbauenden Weltgestaltung, dann ist es jedoch ein Abbau um des Aufbaues oder Neubaues willen. Dieser Neubau aber muss sich in die Welt des Gewordenen und Werdens eingliedern und diese nicht einfach außer Kraft setzen. Die Willensvollzüge gliedern die Handlung in die Umwelt ein; indem sie sich nach umweltlichen Gegebenheiten richten, übergreifen sie den Organismus und tragen ein grundlegendes Element der Selbstlosigkeit in sich.¹⁷

«Wir stehen an einem Punkte der Menschheitsentwicklung, wo das Schicksal der Welt aus dem Menschen heraus geboren werden muss.»

Es gehe darum, so Rudolf Steiner, in die Zukunft zu gehen mit „Idealen, die aus dem Feuer und aus dem Licht ihres Herzens herausgeboren“ werden und sich mit ganzer Kraft für ihre Verwirklichung einzusetzen. Das Wollen, so sagte Rudolf Steiner am 14. Februar 1920 in Dornach, sei in Zukunft berufen, „etwas ganz Gewaltiges, Kosmisches zu werden, etwas zu werden, wodurch der Mensch in der Zukunft dem ganzen Kosmos angehören wird, ein individuelles Wesen sein wird und dennoch seine individuellen Impulse als Weltentatsache ausleben wird“¹⁸ . Steiner sprach von menschheitlichen Zukunftszuständen, die noch in weiter Ferne liegen, aber in der Gegenwart ihren Anfang nehmen müssen. Die Frage nach der inneren Vertiefung ist die nach dem Erschaffenden aus dem „Eigensein“, nach dem schöpferischen Vermögen des eigenen Ichs. „Erneuerung“ sei allein vom „Erfassen des lebendigen Geistes“ zu erhoffen, „jenes lebendigen Geistes, der seinen Quell finden muss in dem, was schaffender Mensch ist, und was die Grundlage ist für die Realität der Zukunft, nicht nur irgendeiner ideellen Zukunft, sondern der kosmischen Zukunft“¹⁹. Auch die innere Schulung und damit Selbstentwicklung war für Rudolf Steiner eine Willensfrage. Der Mensch ist zur inneren Führung aus den Kräften seines Ichs und «höheren Ichs» befähigt, zu einem „sinnerfüllten Aus-dem-Geiste-heraus-Wollen“ (Steiner), sofern er eine solche Entwicklung und Weiterentwicklung tatsächlich anstrebt – aber auch nur dann. „Das echte Ich lebt in derselben Weltensphäre, in der die wahre Wirklichkeit unseres Willens lebt.“ ²⁰ «Wir stehen an einem Punkte der Menschheitsentwicklung, wo das Schicksal der Welt aus dem Menschen heraus geboren werden muss.» «Die früheren Kontemplativfragen sind heute Willensfragen». ²¹ „Der Wille aber muss durchsetzt werden von Weisheit, von Ideenkraft, von Spiritualität. (…) Auf die Ausbildung des Willens kommt es von der Gegenwart in die Zukunft hinein ganz besonders an. Der Mensch muss in Bezug auf seinen Willen immer bewusster und bewusster werden.“ ²²

ein umfassendes Aufgabenbewusstsein, neue Initiativen, Neuanfänge in verschiedenen Lebensgebieten durch die Kraft neuer Gemeinschaften

Die von Rudolf Steiner konzeptionierte Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, die mit verschiedenen Fachabteilung 1924 ihre Arbeit begann, sollte in diesem Sinne für die Welt in ihrem Werden arbeiten, in Liebe zur Welt, im Bewusstsein ihrer Not und ihres Wertes. Es ging Steiner um ein umfassendes Aufgabenbewusstsein und um neue Initiativen, um Neuanfänge in verschiedenen Lebensgebieten durch die Kraft neuer Gemeinschaften – „dass gut werde / Was wir aus Herzen / Gründen, / Was wir aus Häuptern/ Zielvoll führen wollen …“ Die Vaterunser Zeile «Dein Wille geschehe» übersetzte Rudolf Steiner in einer Fassung mit «Dein Reich erweitere sich in unseren Taten und in unserem Lebenswandel.» ²³ Michael Bauer erlebte die Anthroposophie Rudolf Steiners als «einzigartige Anstrengung zur Ermutigung des Menschen» ²⁴– eine Ermutigung die letztlich dahin zielte, das «Welten-Willens Liebe-Wort» in die «Höhenziele der Seele» wirksam aufzunehmen.²⁵

Literaturnachweise:

¹ Vgl. Peter Selg: Grundstein zur Zukunft. Vom Schicksal der Michael-Gemeinschaft. Arlesheim 2013.

² Vgl. u.a. Peter Selg: Auseinandersetzungen um die Zukunft des Menschen. Rudolf Steiner in Deutschland 1922. Arlesheim 2022.

³ Vgl. u.a. Sergej O. Prokofieff: Die Begegnung mit dem Bösen und seine Überwindung in der Geisteswissenschaft. Der Grundstein des Guten. Dornach 32003, S. 25ff.

⁴ Zur geistigen Signatur des Jahres 1917 vgl. Peter Selg: Die Gegenwart des Vergangenen. Rudolf Steiner und die Aktualität des Jahres 1917. Arlesheim 2017.

⁵ GA 273. Dornach 41981, S. 95.

⁶  Vgl. Peter Selg: Die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Zur Schulung der «Ersten Klasse» Hochschulvorträge Band 1. Arlesheim 2020

⁷  XXX

⁸ Ebd., S. 150f.

⁹  Ebd., S. 166.

¹⁰ Ebd., S. 185f.

¹¹ XXX

¹²  XXX

¹³  XXX

¹⁴  XXX

¹⁵  XXX

¹⁶  XXX

¹⁷  Vgl. Peter Selg: Der Wille zur Zukunft. Arlesheim 2011 sowie Vom Logos menschlicher Physis. Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners. Dornach 22006.

¹⁸  GA 196, S. 216.

¹⁹  Ebd., S. 236.

²⁰  GA 179. Dornach 41993, S. 91.

²¹  GA 337b, S. 122.

²²  GA 203. Dornach 21989, S. 299f.

²³  XXX

²⁴  XXX

²⁵  XXX

 

 

 

 

 

 

Anthroposophie gegen Rechtsradikalismus: Fakten und Argumente

Sieben Gründe warum Anthroposophie und Rechtsextremismus unvereinbar sind.
Zusammengestellt von Matthias Niedermann, 16.12.2023 ()

https://www.anthroposophie-gegen-rassismus.de/blog/sieben-gruende-warum-anthroposophie-und-rechtsextremismus-unvereinbar-sind

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